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Arbeitslos und schwanger? Was hierbei zu beachten ist

Sind Arbeitssuchende schwanger, sollte das Jobcenter darüber informiert werden. So wahren Leistungsempfänger auch ihre Ansprüche auf einen etwaigen Mehrbedarf. Ob die Schwangerschaftsbekleidung vom Jobcenter getragen wird und ob Schwangeren weitere Leistungen zustehen, sollte immer mit dem Sachbearbeiter geklärt werden.

Arbeitslosengeld I oder Hartz 4 während der Schwangerschaft

Schwanger zu sein während eines Arbeitslosengeld-1- oder 2-Bezugs schränkt die Leistungen nicht ein.

Schwanger zu sein während eines Arbeitslosengeld-1- oder 2-Bezugs schränkt die Leistungen nicht ein.

Arbeitslos und schwanger zu sein, bedeutet für viele eine doppelte Belastung. Zum einen ist die Situation der Arbeitslosigkeit an sich für die meisten schon eine eher unerfreuliche Angelegenheit. Zum anderen ist eine Schwangerschaft auch ohne finanzielle Sorgen in der Regel sehr anspruchsvoll. Beides zusammen stellt Betroffene oft vor die Frage, ob das Arbeitslosengeld durch eine Schwangerschaft beeinflusst wird.

Sind Sie schwanger und arbeitslos, ist es wichtig, dass Sie sich frühzeitig mit den Auswirkungen auf den Leistungsbezug beschäftigen. Müssen Sie dem Jobcenter eine Schwangerschaft melden? Können Sie eine größere Wohnung beziehen oder Mehrbedarf beantragen? Der folgende Ratgeber beantwortet diese und weitere Fragen zum Thema „Schwanger während der Arbeitslosigkeit“.

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Muss dem Jobcenter eine Schwangerschaft gemeldet werden?

Grundsätzlich ist es zunächst unwichtig, ob Sie bereits arbeitslos sind und schwanger werden oder sich schwanger arbeitslos melden. Sowohl mit Hartz 4 als auch beim Arbeitslosengeld 1 ist eine Schwangerschaft zu melden. Dies können Sie beim zuständigen Jobcenter oder Agentur für Arbeit tun, um keinen Anspruch zu verlieren.

Ebenfalls wichtig zu wissen ist, dass, wenn Sie arbeitslos und schwanger sind, dies nicht von Eigenbemühungen befreit. Erhalten Sie also Hartz 4 oder Arbeitslosengeld 1 und sind schwanger, sind in der Regel bis zum Mutterschutz weiterhin Eigenbemühungen zu erbringen.

Hartz 4 zu beziehen und schwanger zu sein, befreit nicht von den Eigenbemühungen.

Hartz 4 zu beziehen und schwanger zu sein, befreit nicht von den Eigenbemühungen.

Der Bezug von Arbeitslosengeld bei einer Schwangerschaft,
bedeutet keineswegs, dass Sie das Mitwirken einstellen können. Hier kann es durchaus zu Sanktionen wie Kürzungen der Leistungen kommen. Regelmäßige Termine sollten Sie wahrnehmen, auch wenn Sie arbeitslos sowie schwanger sind und Arbeitslosengeld erhalten.

Der generelle Anspruch auf Leistungen entfällt also nicht, nur weil Sie schwanger sind. Das Arbeitslosengeld wird weiterhin vom Leistungsträger gezahlt. Dennoch sollten Sie dem Jobcenter mitteilen, dass Sie ein Kind erwarten. Sofern die Schwangerschaft ohne Probleme verläuft, werden Ihnen weiterhin Arbeitsstellen vermittelt.

Sie erhalten das Arbeitslosengeld trotz Schwangerschaft, müssen jedoch auch die damit einhergehenden Pflichten erfüllen. Üblicherweise ist dies bis zu sechs Wochen vor und acht Wochen nach der Geburt der Fall. Betreut der Partner das Kind, kann die Mutter sich wieder in die Arbeitsvermittlung begeben. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Sie sich bis zu drei Jahre selbst um das Kind kümmern.

Hartz 4: Schwanger zu sein, kann Mehrbedarf begründen

Sind Sie arbeitslos und schwanger, gehören „Was bekomme ich an Geld?“ und „Kann ein Mehrbedarf beantragt werden?“ wohl zu den Fragen, die bezüglich der finanziellen Absicherung im Vordergrund stehen.

Sind Hartz-4-Bezieher schwanger, ist eine größere Wohnung erst nach der Geburt eine Option.

Sind Hartz-4-Bezieher schwanger, ist eine größere Wohnung erst nach der Geburt eine Option.

Der § 21 im Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) regelt, wann Schwangeren ein Mehrbedarf zu steht und in welcher Höhe. Als werdende Mutter können Sie, wenn Sie schwanger sind und Hartz 4 beziehen, einen solchen Mehrbedarf ab der 13. Schwangerschaftswoche beantragen. Dieser beläuft sich derzeit auf 17 Prozent des Regelsatzes.

Neben dem Mehrbedarf können Sie zudem bei einer Schwangerschaft und Hartz-4-Bezug, eine Erstausstattung für das Kind beantragen. Üblicherweise handelt es sich hier um eine Pauschale, von der die Ausstattung gekauft werden kann. Bei dem Antrag sollten Sie detailliert auflisten, welche Möbel oder Kleidung bzw. Leistungen Sie benötigen.

Wichtig ist auch, wenn Sie arbeitslos und schwanger sind, dass Sie beachten, dass das Elterngeld voll auf den Regelsatz angerechnet wird.

Hartz 4 und schwanger: Ist eine größere Wohnung möglich?

Ist das Kind noch nicht auf der Welt, besteht kein Anspruch auf eine größere Wohnung, wenn der Platz ausreichend ist, um die Familie gut zu beherbergen. Allerdings sollten Sie dies, wenn Sie arbeitslos und schwanger sind, mit dem Jobcenter abklären, da es sich immer um eine Einzelfallentscheidung handelt.

Anders kann es auch aussehen, wenn das Kind größer wird und der Platz nicht mehr ausreicht. Hier kann das Jobcenter einen Umzug genehmigen.

Arbeitslos und schwanger: Fazit

  • Erhalten Betroffene Arbeitslosengeld und sind schwanger, besteht der Anspruch auch weiterhin.
  • Eine Schwangerschaft bei Hartz-4-Bezug kann Mehrbedarf begründen.
  • Sind Leistungsempfänger arbeitslos und schwanger, wird das Elterngeld auf den Regelsatz angerechnet.
  • Arbeitslos und schwanger zu sein, schützt nicht vor Sanktionen.

Bildnachweise: depositphotos.com/oksana6170, fotolia.com/© drubig-photo, fotolia.com/© lovegtr35

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