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Arbeitslosengeld 1: Welche Voraussetzungen müssen Sie erfüllen?

Das Arbeitslosengeld 1 soll Personen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, für einen bestimmten Zeitraum finanziell absichern. Doch ab wann bekommt man Arbeitslosengeld 1? Wann wird das Geld gezahlt und was sind die genauen Anspruchsvoraussetzungen für ALG 1? Des Weiteren ist die Frage von Bedeutung, ab wann Vermögen auf ALG 1 angerechnet wird. Wann wird Arbeitslosengeld 1 trotzdem gezahlt, wenn man eine Lebensversicherung hat?

ALG 1: Voraussetzungen für Arbeitslosengeld 1

Im dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) werden das Arbeitslosengeld 1 und seine Voraussetzungen beschrieben und festgelegt. Demnach gibt es drei Voraussetzungen für das ALG 1, die erfüllt werden müssen, um die Leistungen beanspruchen zu können:

  • Der Betroffene muss arbeitslos sein.
  • Die Anwartschaftszeit muss erfüllt sein. D. h. die Person muss mindestens 12 Monate vorher versicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein (vgl. § 142 SGB III).
  • Die betroffene Person muss sich persönlich bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend und arbeitslos melden.

Wann liegt Arbeitslosigkeit vor?

Für Arbeitslosengeld 1 müssen drei Voraussetzungen erfüllt werden.
Für Arbeitslosengeld 1 müssen drei Voraussetzungen erfüllt werden.

Beantragen Sie Arbeitslosengeld 1, müssen alle Voraussetzungen dafür erfüllt sein. Die erste Bedingung ist, dass Sie tatsächlich arbeitslos sind und dies auch nachweisen können. Im § 138 des SGB III wird eine arbeitslose Person wie folgt definiert:

Arbeitslos ist, wer Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ist und

  • nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit),
  • sich bemüht, die eigene Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen),
  • und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).

Demnach ist jemand arbeitslos, wenn er vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht, aber welches sucht, das wöchentlich mindestens 15 Stunden umfasst. Dabei muss er nachweisen können, dass er alle Möglichkeiten nutzt, um die Arbeitslosigkeit zu beenden, d. h. dass er einerseits sich selbst bemüht und andererseits die Vorschläge der für ihn zuständigen Agentur für Arbeit annimmt, um kein Arbeitslosengeld 1 mehr beziehen zu müssen.

Wann ist die Anwartschaftszeit erfüllt?

Sie haben die Regelanwartschaftszeit erfüllt, wenn Sie in den letzten zwei Jahren vor Ihrer Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate lang versicherungspflichtig gearbeitet haben, wobei diese zwölf Monate kein zusammenhängender Zeitraum sein müssen. Unter Umständen erfüllen Sie die Anwartschaftszeit auch, wenn Sie in den letzten zwei Jahren weniger als zwölf Monate gearbeitet haben.

Die sogenannte kurze Anwartschaftszeit erfüllen Sie dann, wenn:

  • Sie in den letzten zwei Jahren vor dem Eintritt Ihrer Arbeitslosigkeit mindestens sechs Monate oder 180 Tage versicherungspflichtig gearbeitet haben,
  • die Beschäftigungen von vornherein auf nicht mehr als sechs Wochen befristet waren,
  • das Bruttoeinkommen der letzten zwölf Monate den Betrag von 34.020 Euro nicht übersteigt.

Wer also versicherungspflichtig gearbeitet hat, hat in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt und somit für das Arbeitslosengeld 1 die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt. Dabei werden auch Zeiten mit Bezug von Kurzarbeitergeld oder Winterausfallgeld angerechnet. Des Weiteren können folgende Zeiten auch zur Erfüllung der Anwartschaft beitragen und somit für den ALG-1-Bezug die Bedingungen erfüllen:

  • Wehr- oder Zivildienst mit Versicherungspflicht.
  • Bezug von Erwerbsminderungsrente durch eine gesetzliche Rentenversicherung, unmittelbar davor aber versicherungspflichtig.
  • Kindererziehung, aber unmittelbar davor versicherungspflichtig.
  • Freiwillige Weiterversicherung.
  • Beitragspflichtige Beschäftigung in einem Mitgliedstaat der EU/EWR oder der Schweiz, wenn diese Tätigkeit vor der Arbeitslosmeldung ausgeübt wurde.

Wie melden Sie sich arbeitslos an?

Neben den Voraussetzungen für das Arbeitslosengeld 1, sollte man sich auch rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit melden.
Neben den Voraussetzungen für das Arbeitslosengeld 1, sollte man sich auch rechtzeitig bei der Agentur für Arbeit melden.

Wenn Sie für den Bezug von Arbeitslosengeld 1 die Voraussetzungen erfüllen, müssen Sie sich persönlich bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit arbeitslos melden. Da mit der Meldung gleichzeitig die Leistung beantragt wird, ist es wichtig, dass diese spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit erfolgt ist.
Außerdem ist es erforderlich, den Personalausweis bzw. den Reisepass mitzunehmen, um sich ausweisen zu können.

Darüber hinaus müssen Sie sich arbeitssuchend melden, sobald Sie erfahren, dass die Arbeitslosigkeit bald eintreten könnte.

Wann steht mir sonst noch Arbeitslosengeld 1 zu?

Gibt es neben der Erfüllung der ALG-1-Voraussetzungen noch weitere Besonderheiten, die zu beachten sind.
Neben der Erfüllung der ALG-1-Voraussetzungen, gibt es noch weitere Besonderheiten, die zu beachten sind.

Beim Arbeitslosengeld 1 gibt es die Besonderheit, dass Sie auf einen früheren Arbeitslosengeld-1-Anspruch zurückgreifen können, sofern die Verjährung noch nicht eingetreten ist. Wenn Sie innerhalb der letzten fünf Jahre für den Bezug von Arbeitslosengeld 1 die Voraussetzungen erfüllt haben, den Anspruch dafür aber noch nicht voll ausgeschöpft wurde, können Sie beim erneuten Eintritt der Arbeitslosigkeit den unverbrauchten Rest wieder geltend machen.

Ab dem Zeitpunkt des Anspruches auf Arbeitslosengeld 1 bleibt dieser vier Jahre lang bestehen. Sie können darauf zurückgreifen, wenn Sie bei erneuten Arbeitslosigkeit die Anwartschaftszeit nicht erfüllt haben.

Eigenes Vermögen oder Rücklagen: Ab wann wird das Arbeitslosengeld 1 von diesen beeinflusst?

Anders als bei Leistungen zur Grundsicherung gibt es bei Arbeitslosengeld 1 keine Voraussetzungen bezüglich der Höhe von Vermögen oder Sparrücklagen, die erfüllt werden müssen.
Bei Arbeitslosengeld 1 handelt es sich um eine Versicherungsleistung aus der Arbeitslosenversicherung, die der Betroffene sich selbst erarbeitet hat. Das eigene Vermögen wird bei der Berechnung nicht berücksichtigt.

Das Arbeitslosengeld 1 richtet sich nach dem Gehalt und dem eventuellen Bezug von Kindergeld. Je nachdem, ob der Antragsteller Kinder hat, erhält er 60 oder 67 Prozent des täglichen Leistungsentgelts.

Es ist zudem möglich, eine Nebenbeschäftigung auszuüben, ohne, dass für die volle Auszahlung vom Arbeitslosengeld 1 die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind, sofern mit dieser nicht mehr als 165 Euro erwirtschaftet wird.

Bekomme ich Arbeitslosengeld 1 trotz einer Lebensversicherung?

Ähnlich wie bei Vermögen und Sparrücklagen verhält es sich bei Lebensversicherungen: Solange der Betroffene noch Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 hat – die Voraussetzungen dafür erfüllt sind – und die Leistung bereits bewilligt wurde, hat der Staat keinen Zugriff auf sein Privatvermögen. Der Bezug von Arbeitslosengeld 1 hat darüber hinaus keine Auswirkungen auf andere Versicherungen oder Vermögen, auch nicht auf das des Partners.

Bevor die für den Bezug von Arbeitslosengeld 1 erforderlichen Voraussetzungen nicht mehr erfüllt sind und der Anspruch erlischt, sollten Sie Ihren Lebensversicherungsvertrag prüfen und ggf. ändern. Es ist möglich, diese als Altersvorsorge gelten zu lassen, sodass sie beim Bezug vom Arbeitslosengeld 2 nicht geldwert gemacht werden kann.

Fazit: Für den Bezug von Arbeitslosengeld 1 müssen drei Voraussetzungen erfüllt sein

  • Um Arbeitslosengeld 1 beziehen zu können, müssen Sie zunächst tatsächlich arbeitslos sein.
  • Sie müssen die Anwartschaftszeit oder die verkürzte Anwartschaftszeit erfüllen.
  • Sie müssen sich bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit arbeitssuchend und arbeitslos melden.
  • Vermögen, Rücklagen und Lebensversicherungen werden beim Arbeitslosengeld 1 nicht berücksichtigt.

Bildnachweise: Fotolia_XS/ ArTo

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