Logo Facebook

Elterngeld trotz Hartz 4?

Das Elterngeld ist eine Leistung mittels derer der Staat frischgebackene Eltern entlasten möchte. Dadurch soll es berufstätigen Eltern ohne finanziellen Einbußen möglich sein, sich verstärkt um die Kindererziehung zu kümmern. Sie müssen sich demnach nicht zwischen Beruf und Familie entscheiden, sondern können beides miteinander vereinbaren. Doch auch Hartz-4-Empfängern steht das Elterngeld zu. Und viele fragen sich, wird Elterngeld eigentlich auf Hartz 4 angerechnet?

Nutzen Sie den kostenlosen Elterngeld-Schnellrechner

Voraussetzungen für den Bezug von Elterngeld

Gibt es Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger?

Gibt es Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger?

Nicht jeder, der Kinder hat, kann auch einen Anspruch auf Elterngeld geltend machen. Zunächst einmal wird diese Leistung maximal nur für die ersten 14 Monate im Leben des Kindes gezahlt. Sie kann erst nach der Geburt des Kindes bei der Elterngeldkasse beantragt werden und wird höchstens drei Monate rückwirkend bezahlt.

Durch die Einführung von Elterngeld Plus im Jahr 2015 ist es allerdings möglich, diesen Zeitraum auf 28 Monate auszudehnen. Allerdings erhalten die Eltern dafür auch nur die Hälfte des ursprünglichen Betrags pro Monat und im Falle einer Teilzeitarbeit, darf sie nicht länger als 30 Stunden die Woche währen.

Hierbei ist zu beachten, dass die Voraussetzungen nicht nur für die Antragstellung vorliegen müssen, sondern über den gesamten Zeitraum des Leistungsbezugs.

Um Anspruch auf Elterngeld zu haben, müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Die Person muss ihren festen Wohnsitz in Deutschland haben.
  • Sie lebt mit dem Kind in einem gemeinsamen Haushalt.
  • Das Kind wird von ihr selbst betreut und erzogen.
  • Sie geht keiner, oder zumindest keiner vollen Erwerbstätigkeit nach.
  • Die Person darf, wenn sie alleinstehend ist, nicht mehr als 250.000 Euro, wenn sie verheiratet ist, nicht mehr als 500.000 Euro verdient haben.

Wie hoch ist das Elterngeld bei Hartz-4- Empfängern?

Wie viel bleibt vom Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger übrig?

Wie viel bleibt vom Elterngeld für Hartz-IV-Empfänger übrig?

Die Höhe des Elterngelds ist prinzipiell immer abhängig vom individuellen Einkommen, das der Elternteil vor der Geburt verdient hat. Der Mindestwert liegt bei 300 Euro, maximal zahlt der Staat 1.800 Euro im Monat.

Allerdings wird Elterngeld bei Hartz 4 angerechnet, sodass es für die Betroffenen eigentlich keinen Unterschied macht, ob sie dieses erhalten oder nicht. Dies ist im Übrigen auch beim Bezug von Sozialhilfe und Kinderzuschlag der Fall. Die 300 Euro werden in voller Höhe vom Alg-2-Regelsatz abgezogen. Vor dem 1. Januar 2011 sah das noch anders aus, da wurde das Elterngeld zusätzlich zum Alg 2 gewährt, sodass die Leistungsempfänger monatlich 300 Euro mehr auf dem Konto hatten. Seitdem wird das Elterngeld mit Hartz 4 verrechnet, weil es als Einkommen behandelt wird.

In § 2 Absatz 4 Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz (BEEG) ist festgelegt, dass auch Erwerbslose Anspruch auf die staatliche Unterstützung haben. Betroffene bekommen demnach bei Arbeitslosengeld 2 (Alg 2) Elterngeld in Höhe von 300 Euro.

Auch wenn das Elterngeld für Hartz-4-Empfänger keinen Nutzen hat, sind sie dazu verpflichtet Elterngeld zu beantragen. Der Grund dafür ist einfach, dass das Elterngeld aus einem anderen Steuertopf als das Arbeitslosengeld bezahlt wird. Da die Familienunterstützung Vorrang vor Hartz 4 hat, müssen die Kosten vom Familien- und nicht vom Arbeitsministerium getragen werden.

Wie wirkt sich das Elterngeld auf Hartz-4-Aufstocker und Minijobber aus?

Elterngeld: Die Anrechnung auf Hartz 4 entfällt allenfalls für Aufstocker.

Elterngeld: Die Anrechnung auf Hartz 4 entfällt allenfalls für Aufstocker.

Bei Minijobbern, die vor der Geburt des Kindes, wenn auch nur geringfügig gearbeitet haben, wird das Elterngeld nicht wie bei Erwerbslosen voll angerechnet. Sie erhalten für das Elterngeld auf Hartz 4 gewissermaßen einen Freibetrag. Solange das erzielte Einkommen umgerechnet die Pauschale von 300 Euro Elterngeld nicht übersteigt, müssen die Aufstocker keine Abschläge hinnehmen. Mehr als diesen Sockelbetrag können sie hingegen nicht erhalten. Gleichzeitig Elterngeld und Hartz 4 zu beziehen, ist für Aufstocker durchaus möglich.

Da die Berechnung wirklich einfach ist, braucht es für das Elterngeld und den Hartz-4-Anspruch keinen eigenen Rechner. Ein Beispiel soll dies demonstrieren: Vor der Geburt des Kindes hat sich eine Minijobberin monatlich etwa 250 Euro dazu verdient. Pauschal würde ihr das Elterngeld in Höhe von 300 Euro überwiesen. Im Gegensatz zu Hartz-4-Empfängern, die nicht arbeiten gegangen sind, wird ihr nicht das volle Elterngeld angerechnet. Bei Hartz 4 wird ihr lediglich die Differenz abgezogen, die sie sich nicht selbst erarbeitet hat. Sie kann die vollen 250 Euro behalten, während die restlichen 50 Euro von ihrem Arbeitslosengeld abgezogen werden.

Fazit: Elterngeld bei Hartz 4

  • Mit dem Elterngeld sollen Eltern unterstützt werden, die ihre Kinder zuhause betreuen.
  • Die Leistung kann ab der Geburt des Kindes beantragt werden und wird maximal für 14 Monate bezahlt.
  • Beim Eltergeld Plus wird für den doppelten Zeitraum (max. 28 Monate) die Hälfte an Unterstützung gezahlt.
  • Das Elterngeld wird angerechnet auf Hartz 4 und das in der Regel in voller Höhe.
  • Aufstocker können sich das Elterngeld plus Hartz 4 auszahlen lassen.

Bildnachweise: fotolia.com/ © Cello Armstrong; fotolia.com/ © ivanko80; fotolia.com/ © Tran-Photography_S

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (45 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.