Logo Facebook

Muss ich bei Hartz 4 mein Haus verkaufen oder kann ich es behalten?

Wer aus dem Arbeitslosengeld 1 in Hartz 4 abrutscht, ist mit neuen, verunsichernden Fragen zu Vermögen und Einkommen konfrontiert. Besonders die Regelung zum verwertbaren Vermögen macht vielen Menschen, die ein Haus, ein Grundstück oder eine Eigentumswohnung besitzen, Sorgen. Ob es nötig ist, bei Hartz IV das Haus zu verkaufen, oder ob Alternativen bestehen, erfahren Sie hier im Ratgeber.

Welche Art von Vermögen stellt ein Haus dar?

Muss ich bei Hartz 4 mein Haus verkaufen?

Muss ich bei Hartz 4 mein Haus verkaufen?

Nach frühestens einem halben Jahr versiegt der Anspruch auf Alg 1. Wer bis dahin kein neues Einkommen hat, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, ist auf kurz oder lang gezwungen, Hartz 4 zu beantragen. Mit dem Antrag auf Hartz 4 sind dann viele Nachweise zu erbringen und Voraussetzungen zu erfüllen, damit ein bestehender Anspruch gewährt werden kann.

Eine dieser Anforderungen besteht darin, vorhandenes Vermögen, das über das sogenannte Schonvermögen hinausgeht, aufzubrauchen, bevor diese Sozialleistung erbracht wird. Dazu schreibt das Zweite Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) vor, welche Vermögen in die Berechnung eingehen und welche nicht. Darin ist auch geregelt, ob das Haus zu verkaufen ist. § 12 legt im Satz 1 fest:

Als Vermögen sind alle verwertbaren Vermögensgegenstände zu berücksichtigen.

So müssten Sie folglich vor dem Hartz 4 das Haus verkaufen, um einen Anspruch zu haben. Aber der Gesetzgeber hat in den folgenden Absätzen noch verschiedene Vermögenswerte festgelegt, die im angemessenen Rahmen nicht berücksichtigt werden. Dazu gehören unter anderem:

  • Hausrat
  • Fahrzeug
  • Eigentumswohnung oder Wohngrundstück

Ob Sie nun vor dem Hartz-4-Antrag das Haus verkaufen müssen, hängt maßgeblich davon ab, wie groß das Grundstück ist und wie viele Personen zur Bedarfsgemeinschaft gehören. Denn daraus resultiert das Urteil über die Angemessenheit. Ist das Grundstück zu groß, kann es sein, dass ein Verkauf unumgänglich ist. Doch bevor Sie für Hartz 4 Ihr Haus verkaufen müssen, können Sie darüber nachdenken, ob eine Vermietung nicht im Sinne der Bedürftigkeitsminderung eine Alternative ist.

Was Sie beachten sollten, bevor Sie für Hartz 4 Ihr Eigenheim verkaufen

Die These: „Bei Hartz 4 muss ich mein Haus verkaufen“ ist nicht in jedem Fall richtig. Und auch wenn der Grundbesitz den Rahmen für angemessene Wohnfläche überschreitet, gibt es Möglichkeiten, die Nutzungs- und Besitzverhältnisse so auszurichten, dass die finanzielle Hilfebedürftigkeit so gering wie möglich ist.

Sprechen Sie jede Maßnahme mit Ihrem Sachbearbeiter beim Jobcenter ab, schlimmstenfalls wird Ihnen sonst „mutwillige Vermögensminderung“ vorgeworfen.

Die Angemessenheit entscheidet, ob Sie bei Hartz 4 Ihr Haus verkaufen müssen.

Die Angemessenheit entscheidet, ob Sie bei Hartz 4 Ihr Haus verkaufen müssen.

Wenn bei einem Wohngrundstück die Angemessenheit beurteilt werden soll, hängt dies von verschiedenen Faktoren ab. Zum einen ist die Gesamtgröße der Immobilie wichtig. Bei städtischen Grundstücken wird die Grenze bei 500 Quadratmetern festgelegt. In ländlichen Regionen kann das Grundstück eine Größe von 800 Quadratmetern umfassen, bevor es als verwertbares Vermögen relevant wird.

Möglicherweise müssen Sie als Wohnungseigentümer, wenn Sie Hartz 4 beantragen, Ihre Eigentumswohnung verkaufen. Die ist aber auch nur dann der Fall, wenn diese nicht als angemessene Wohnung von Ihnen selbst bewohnt wird. So ist es auch möglich nach dem Antrag auf Hartz 4 Wohnung oder Haus zu behalten. So ist die Frage: „Muss ich bei Hartz 4 mein Haus / meine Eigentumswohnung verkaufen?“ nicht pauschal zu beantworten.

Der Hausverkauf bei Hartz 4

Wenn Sie Ihr Haus verkaufen, damit der Hartz-4-Anspruch gewährt werden kann, müssen Sie einiges beachten. Nicht nur die normalen Stolperfallen des Immobilienhandels können Ihnen einen Strich durch die Rechnung machen. Denn, wenn Sie für Hartz 4 Ihr Haus verkaufen, muss der Handel wirtschaftlich sinnvoll sein.

Wenn Sie im Antragsverfahren für Hartz 4 Ihr Haus unter Wert verkaufen, kann das auch als mutwillige Minderung des Vermögens angesehen werden und Sanktionen nach sich ziehen.

Ein Anwalt kann helfen, damit Sie bei Hartz 4 Ihr Haus behalten können.

Ein Anwalt kann helfen, damit Sie bei Hartz 4 Ihr Haus behalten können.

Sollten Sie nun gezwungen sind, Ihr Haus zu verkaufen, kann auch bei Hartz 4 professionelle Unterstützung hilfreich sein. Dementsprechend stellt sich die Frage, ob ein Immobilienberater oder –makler eine nützliche Entlastung darstellt. Dieser kann auch sicherstellen, dass das Grundstück oder die Wohnung nicht zu einem zu geringen Preis verkauft wird.

Auch über diese Aktion sollten Sie das Jobcenter informiert halten, damit dieses nicht vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Sie können Ihren Sachbearbeiter auch nach alternativen Möglichkeiten fragen. Eine Vermietung kann beispielsweise die Bedürftigkeit, die ein Hartz-4-Empfänger mindern soll, reduzieren. Diese und andere Möglichkeiten können besprochen werden und eine Alternative dazu bieten, für den Hartz-4-Bezug das Haus zu verkaufen.

Fazit zum Thema: Muss ich bei Hartz 4 mein Haus verkaufen?

  • Eine Eigentumswohnung oder ein Haus kann als angemessener Wohnraum gewährt werden.
  • Entscheidend ist das Verhältnis von Fläche zu Anzahl der Mitglieder in der Bedarfsgemeinschaft.
  • Ist das Wohngrundstück zu groß, müssen Sie für einen Hartz-4-Anspruch das Haus verkaufen.

Bildnachweise: Fotolia.com/© cameris, Fotolia.com/© djama, Fotolia.com/© apops

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (21 Bewertungen, Durchschnitt: 4,60 von 5)
Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.