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Mehrbedarf bei Schwangerschaft: Was steht werdenden Mütter zu?

Hartz-4-Empfängerinnen, die schwanger sind, können beim Jobcenter einen Antrag auf einen Mehrbedarf bei einer Schwangerschaft stellen. Dieser wird ab der 13. Schwangerschaftswoche gewährt und beträgt 17 % des maßgeblichen Regelbedarfs.

Wie hoch ist der Schwangerschaftsmehrbedarf bei Hartz 4?

Schwangerschaftsmehrbedarf: Einen Antrag können Sie formlos beim zuständigen Jobcenter stellen.

Schwangerschaftsmehrbedarf: Einen Antrag können Sie formlos beim zuständigen Jobcenter stellen.

Für viele ist eine Schwangerschaft ein Grund zur Freude. Ein kleines Wesen wächst im Bauch der werdenden Mutter heran und erblickt neun Monate später das Licht der Welt – ein magischer Moment für Eltern. Aber nicht nur nach der Geburt, sondern auch während der Schwangerschaft müssen neue Kleidungsstücke angeschafft werden.

In den ersten Monaten haben viele Mütter kein Problem mit ihren Kleidungsstücken. Meistens passen Kleider, Jacken und Oberteile noch. Sobald der Bauch allerdings wächst, wird es schwierig, den Knopf der Jeans oder den Reißverschluss des Mantels zu schließen. Dann muss Schwangerschaftskleidung angeschafft werden.

Aber wie können arbeitslose Frauen dies finanzieren? Schwangere Frauen, die Hartz 4 bzw. Arbeitslosengeld (ALG) 2 beziehen, können einen Antrag auf einen Mehrbedarf in der Schwangerschaft stellen. Gesetzlich wird dies in § 21 Abs. 2 Sozialgesetzbuch (SGB) II geregelt. Darin lautet es:

Bei werdenden Müttern wird nach der zwölften Schwangerschaftswoche ein Mehrbedarf von 17 Prozent des nach § 20 maßgeblichen Regelbedarfs anerkannt.

Alleinstehende erhalten bei einem Regelsatz von derzeit [Stand: 2017] 409 Euro einen Schwangerenmehrbedarf von 69,53 Euro. Partner in einer Bedarfsgemeinschaft bekommen bei einem Regelsatz von aktuell 368 Euro bei einer Schwangerschaft einen Mehrbedarf von 62,56 Euro.

Der Anspruch beginnt mit der 13. Schwangerschaftswoche und endet mit dem tatsächlichen Geburtstermin. Grundsätzlich kann das Jobcenter bei Hartz 4 für den Mehrbedarf in der Schwangerschaft einen Attest vom Arzt oder eine Bestätigung der Hebamme verlangen.

Welche Kosten werden durch den Mehrbedarf in der Schwangerschaft abgedeckt?

Generell sollen mit dem Mehrbedarf die besonderen Kosten abgedeckt werden, die nicht im Regelsatz enthalten sind. Dazu zählen u. a. die Körperpflegeprodukte, die Schwangere benötigen sowie zusätzliche Fahrtkosten zum Arzt und ein erhöhter Informationsbedarf in Form von Sachbüchern über die Geburt und die Pflege eines Babys.

Zusätzlich zum Mehrbedarf bei einer Schwangerschaft können Schwangere eine Erstausstattung beantragen. Mittels dieser einmaligen Leistung des Jobcenters können werdende Mütter Schwangerschaftskleidung kaufen. Dazu zählen beispielsweise Umstandshosen, Jacken sowie Still-BHs. Kurz vor der Geburt kann zudem eine Erstausstattung für das Baby beantragt werden.

Antrag auf Mehrbedarf für Schwangere stellen: So geht’s!

Mehrbedarf für Schwangere: Ist ein Antrag mit Nachweisen nötig?

Mehrbedarf für Schwangere: Ist ein Antrag mit Nachweisen nötig?

Bei einem Mehrbedarf in der Schwangerschaft kann der Antrag direkt beim Jobcenter gestellt werden. Dazu informieren Sie Ihren zuständigen Sachbearbeiter über Ihre Schwangerschaft. Anschließend verlangt dieser in der Regel einen Nachweis. Dabei kann es sich um die Kopie des Mutterpasses oder ein ärztliches Attest handeln.

Sie können den Antrag auf einmalige Beihilfen & Mehrbedarf für Schwangere auch telefonisch oder per Post stellen. Sofern Sie dies schriftlich tun wollen, genügt ein Dreizeiler. In diesem Antrag auf Schwangerschaftsmehrbedarf machen Sie deutlich, dass Sie in anderen Umständen sind, in welcher Woche Sie sich derzeit befinden und wann der errechnete Geburtstermin ist.

Wenn Sie schwanger Ihren Hartz-4-Antrag ausfüllen, können Sie das Feld “ich bin schwanger” ankreuzen. Dadurch prüft das zuständige Jobcenter automatisch Ihren Anspruch auf einen Mehrbedarf bei einer Schwangerschaft und fordert ggf. Nachweise bei Ihnen ein.

Fazit: Mehrbedarf in der Schwangerschaft

  • Ab der 13. Schwangerschaftswoche erhalten werdende Mütter, die Hartz 4 beziehen, einen Mehrbedarf für Schwangere.
  • Der Mehrbedarf in der Schwangerschaft beträgt 17 % des maßgeblichen Regelsatzes.
  • Er soll beispielsweise die höheren Fahrtkosten sowie Kosten für Pflegeprodukte und den erhöhten Informationsbedarf decken.
  • Einen Antrag auf den Schwangerschaftsmehrbedarf können Betroffene direkt beim Jobcenter stellen. Auch telefonisch oder per Post ist eine Beantragung möglich. In der Regel wird ein Nachweis über die Schwangerschaft gefordert.

Bildnachweise: fotolia.com/drubig-photo, fotolia.com/sepy

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