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Das Sozialticket – Ermäßigte Mobilität für Bedürftige

Das Sozialticket ermöglicht es bedürftigen Personen, mobil zu bleiben und dadurch am sozialen Leben teilzunehmen. Für das vergünstigte Ticket benötigt man jedoch verschiedene Nachweise der eigenen Bedürftigkeit, denn es steht nur bestimmten Personengruppen offen. Dabei gelten einige Beförderungsbedingungen.

Was ist das Sozialticket?

Das Sozialticket bietet vergünstigte Mobilität für Bedürftige.

Das Sozialticket bietet vergünstigte Mobilität für Bedürftige.

In vielen Städten und Landkreisen gibt es ein Sozialticket, mit dem Bedürftige mit geringem Einkommen zu einem ermäßigten Preis den öffentlichen Nahverkehr nutzen können. So soll ihnen ein gewisses Maß an Mobilität eröffnet werden.

In vielen Regionen gibt es ein solches Angebot – etwa in Berlin, dem Ruhrgebiet oder Stuttgart –, aber die Durchsetzung ist oft schwierig. Da die Verkehrsunternehmen oft einen Zuschuss von Städten, Landkreisen oder Bundesländern erhalten, muss die Einführung des Tickets von Kreis-, Gemeinde- oder Stadtrat beschlossen werden – und das stellt oft eine Hürde dar.

Herrscht also eine angespannte Haushaltslage, wird der Vorschlag häufig abgelehnt, denn das Angebot beruht auf Freiwilligkeit.

Wer kann das Sozialticket beantragen?

Eine solche Fahrkarte soll besonders sozial sein. Das Ticket kann deshalb nur von bestimmten Bevölkerungsgruppen erworben werden, um die Finanzierung aufrechtzuerhalten.

Dazu gehören:

  • Empfänger von Sozialhilfe
  • Empfänger von Grundsicherung („Hartz 4“)
  • Leistungsberechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz
  • Empfänger von Wohngeld
  • Leistungsberechtigte nach dem Bundesversorgungsgesetz

Das Sozialticket für Kinder zu beantragen, ist meist nicht möglich.

Das Sozialticket für Kinder zu beantragen, ist meist nicht möglich.

Die Berechtigung ist jedoch von der jeweiligen Region abhängig. Ob Sie zu einer der befugten Personengruppen zählen, können Sie bei der für Sie zuständigen Behörde in Erfahrung bringen.

Sozialticket für Kinder

Ein Sozialticket für Kinder ist meist nicht vorgesehen. Stattdessen können Eltern, die beispielsweise Hartz 4 beziehen, Leistungen für Bildung und Teilhabe beantragen. Dann können Beförderungskosten vom Amt bezuschusst werden.

Das Sozialticket beantragen: Wie geht das?

Obwohl die Sozialfahrkarte ein Angebot etwa der Stadt oder des Landkreises sowie eines Beförderungsunternehmens ist, muss der für das Sozialticket nötige Antrag meist zuerst beim Leistungsträger eingereicht werden – also zum Beispiel dem Jobcenter oder Sozialamt. Entsprechende Formulare sollten Sie direkt bei der Behörde erfragen.

Als Nachweis der Berechtigung für den Antrag auf ein Sozialticket dient dann ein aktueller und gültiger Leistungsnachweis.

Zudem benötigen Sie häufig einen Berechtigtenausweis, mit dem auch weitere Angebote innerhalb der Stadt genutzt werden können: Beispielsweise Museen, Schwimmbäder oder Bibliotheken.

Mit einem entsprechenden Nachweis über die Berechtigung – das kann zum Beispiel Ihr Hartz-4-Bescheid sein – und einem gültigen Personalausweis lässt sich ein Berechtigtenausweis dann bei der Stadt beantragen.

Das eigentliche Ticket erhalten Sie erst bei den zuständigen Verkehrbetrieben – entweder persönlich im Kundencenter oder am Automaten.

Eine einheitliche Regel, wie Sie ein Sozialticket bekommen können, gibt es jedoch nicht. Die genaue Vorgehensweise können Sie bei Ihrer zuständigen Behörde erfahren.

Welche Beförderungsbedingungen gelten?

Das Sozialticket kann auch am Wochenende für Familienausflüge genutzt werden.

Das Sozialticket kann auch am Wochenende für Familienausflüge genutzt werden.

Die meisten Sozialtickets sind personengebunden und nicht übertragbar. Das heißt, nur Sie persönlich sind berechtigt, mit dem Ticket den öffentlichen Nahverkehr zu nutzen. Eine Weitergabe an andere, zum Beispiel den Partner, ist nicht möglich.

Deswegen müssen Sie oft neben dem Ticket auch Ihren Berechtigtenausweis sowie den Personalausweis dabeihaben, wenn Sie mit Bus und Bahn fahren. So ist eine zweifelsfreie Identifizierung Ihrer Person möglich.

Achten Sie bei der Verwendung auch auf die zuweilen eingeschränkte Gültigkeit, denn manche Tickets sind nur in bestimmten Tarifzonen nutzbar. Für angrenzende Tarifzonen gibt es aber beim Sozialticket häufig ein Zusatzticket zu kaufen, das dann ebenfalls ermäßigt ist.

Kann man mit dem Sozialticket am Wochenende jemanden mitnehmen?

In den meisten Fällen kann die berechtigte Person Partner und Freunde nicht auf ihrem Ticket mitnehmen. Allerdings ist die Mitnahme von Kindern oftmals Teil des Angebots.

Inwieweit dies der Fall ist, sollten Sie im Vorfeld allerdings bei den Verkehrsbetrieben recherchieren – denn manchmal ist die Option auf die Abendstunden oder das Wochenende begrenzt.

Kritik am Sozialticket

Es gibt jedoch auch einiges an Kritik am Sozialticket. So ist selbst das soziale Angebot vielerorts immer noch teurer als das Budget, das für Mobilität im Hartz-4-Regelsatz veranschlagt ist. Deswegen können sich viele Empfänger von Hartz 4 Fahrkarte oder Monatskarte trotz Vergünstigungen nicht leisten.

Alternative Mobilitätskonzepte

Sozial für alle: Ein Ticket für den ÖPNV könnte in Zukunft überflüssig sein.

Sozial für alle: Ein Ticket für den ÖPNV könnte in Zukunft überflüssig sein.

Stattdessen plädieren viele Kritiker für alternative Mobilitätskonzepte. Bürgerbusse und Sammeltaxis könnten so zum Beispiel auf dem Land dafür sorgen, dass der öffentliche Nahverkehr flexibler und preisgünstiger gestaltet werden kann. Auch ein kostenloser ÖPNV für alle ist derzeit in der Diskussion.

Ebenso würde die Monatskarte für Hartz-4-Empfänger überflüssig, wenn der Nahverkehr durch die Erhebung öffentlicher Gelder finanziert und so für den einzelnen im Alltag kostenlos nutzbar wäre – wahrscheinlich würden dann nicht nur viele Bedürftige den ÖPNV verstärkt nutzen.

Fazit zum Sozialticket

  • Nur bestimmte Personengruppen haben eine Berechtigung, das Sozialticket zu nutzen.
  • Der Antrag wird meist bei der zuständigen Behörde eingereicht. Das eigentliche Ticket kann erst danach beim Verkehrsunternehmen gekauft werden.
  • Die Gültigkeit ist oft auf bestimmte Tarifgebiete beschränkt.
  • Kritiker sehen alternative Mobilitätskonzepte für die Zukunft im Vorteil.

Bildnachweise: Fotolia.com/sabine hürdler, Fotolia.com/eyetronic

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