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Bei Hartz-4-Bezug einen Umzug ohne Genehmigung vollziehen: Die Folgen

Führt ein Hartz-4-Empfänger einen Umzug ohne Genehmigung durch, hat dieser keinerlei Anspruch auf Umzugshilfen durch das Jobcenter. Ist die Miete nach dem Wohnungswechsel höher, wird nur der Bedarf für Unterkunft und Heizung anerkannt, welcher dem Leistungsempfänger für die alte Bleibe zugestanden wurde.

Umzug ohne Zustimmung vom Jobcenter: Wann wird sie verwehrt?

Bei Hartz-4-Bezug: Ein Umzug ohne Zustimmung hat oft weitreichende Folgen.

Bei Hartz-4-Bezug: Ein Umzug ohne Zustimmung hat oft weitreichende Folgen.

Wenn ein Hartz-4-Empfänger einen Umzug ohne Genehmigung durchführt, muss dieser mit Konsequenzen rechnen. Doch wann kann das Jobcenter eigentlich den Umzug ablehnen? Grundsätzlich werden bei ALG-2-Beziehenden die Bedarfe für Unterkunft und Heizung anerkannt.

Diese müssen allerdings in einem angemessenen Rahmen liegen. Dieser wird vor allem durch die Anzahl der Mitglieder der Bedarfsgemeinschaft und den örtlichen Mietspiegel definiert. Will ein Leistungsempfänger umziehen, müssen wichtige Gründe vorliegen, die den Wohnungswechsel begründen.

Als Umzugsgründe können beispielsweise die Vergrößerung der Familie oder gesundheitliche Probleme angeführt werden. Aber auch Schimmel in der Wohnung oder eine fristgerechte Kündigung durch den Vermieter machen einen Umzug notwendig. Hierbei kommt es in aller Regel nicht dazu, dass der Umzug ohne Zustimmung vom Hartz-4-Beziehenden durchgeführt werden muss.

Liegen diese Gründe nicht vor, kommt es nicht selten zur Ablehnung des Wohnungswechsels durch das Jobcenter. Wird der Umzug ohne Genehmigung dennoch vollzogen, ergeben sich daraus für den Leistungsempfänger schwerwiegende Konsequenzen.

Vollzogener Umzug ohne Genehmigung vom Jobcenter: Was nun passiert

Vollzieht der Hartz-4-Empfänger einen Umzug ohne Genehmigung, muss das Jobcenter keinerlei Umzugshilfe leisten. Üblich wären hier als Unterstützung beispielsweise die Übernahme der Anschaffungskosten für Umzugskartons oder die Anmietung eines Kfz.

Auch ein Darlehen für die Mietkaution kommt nicht infrage, wenn Leistungsempfänger umziehen, ohne die Genehmigung vom Jobcenter einzuholen. Daher sollten Sie unbedingt, bevor Sie einen Mietvertrag unterschreiben, mit Ihrem Sachbearbeiter sprechen und eine entsprechende Zustimmung schriftlich festhalten.

Eine weitere Konsequenz, die sich ergibt, wenn der Umzug bei Hartz-4-Bezug ohne Genehmigung des Jobcenters durchgeführt wird, ist, dass eine eventuell höhere Miete in der neuen Wohnung nicht übernommen wird. Der Betroffene erhält nur den Betrag als Mietkosten zugestanden, welchen er bei der alten Bleibe bewilligt bekommen hat. Die Notwendigkeit einer Zusage vor dem Umzug wird in § 22 Absatz 4 Sozialgesetzbuch II (SGB II) definiert:

Vor Abschluss eines Vertrages über eine neue Unterkunft soll die leistungsberechtigte Person die Zusicherung des für die neue Unterkunft örtlich zuständigen kommunalen Trägers zur Berücksichtigung der Aufwendungen für die neue Unterkunft einholen. […]

Umzug bei Hartz 4 unter 25 ohne Zustimmung

Unter 25 Jahren Hartz 4 beziehen: Der Umzug ohne Genehmigung kann zum Leistungswegfall führen.

Unter 25 Jahren Hartz 4 beziehen: Der Umzug ohne Genehmigung kann zum Leistungswegfall führen.

Wird von einem Unter-25-Jährigen Hartz-4-Empfänger ein Umzug ohne Genehmigung durchgeführt, hat dies noch weitreichendere Konsequenzen als bei Leistungsberechtigten, die das 25. Lebensjahr schon vollendet haben.

Eltern müssen nämlich bis zum 25. Lebensjahr für ihre Sprösslinge aufkommen. Ein Wohnungswechsel ist diesen demnach nur in besonderen Härtefällen gestattet. Ein Umzug ohne Zustimmung des Jobcenters führt dazu, dass die Miete nicht übernommen wird und der Hartz-4-Anspruch des Betroffenen ganz erlöschen kann.

Fazit: Bei Hartz-4-Bezug einen Umzug ohne Genehmigung vollziehen

  • Vollzieht ein Hartz-IV-Empfänger einen Umzug ohne Genehmigung, kann dies weitreichende Konsequenzen haben.
  • Zu einen erhält der Betroffene keinerlei Umzugshilfen, wie beispielsweise ein Darlehen für die Mietkaution.
  • Zum anderen wird eine eventuell höhere Miete nicht vom Jobcenter übernommen, sondern nur der Bedarf für die Unterkunft anerkannt, der bezüglich der alten Bleibe bewilligt wurde.
  • Wird ein Umzug bei Hartz-4-Bezug ohne Genehmigung von einer unter 25-Jährigen Person vollzogen, kann dies zu einem kompletten Leistungswegfall führen.

Bildnachweise: fotolia.com/ ©biker3

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Ein Kommentar - Kommentar hinterlassen
  • Ricka -

    In den Artikel wird ständig so formuliert, dass der Umzug ohne Genehmigung “pauschal” Konsequenzen hat, aber dies wird auf 100% Seiten falsch dargestellt.

    1) Nur bei Unter25 Jährigen besteht die Gefahr des Wegfall des ALG2

    2) Bei Über25 Jährigen werden alle Mehrkosten der Miete nicht übernommen, keine Kaution und keine Umzugskosten.

    Wer also Ü25 ist, die neue Miete nicht teurer ist als die alte Miete. Die Nebenkosten nicht teurer sind und keine Kaution notwendig ist, dann ist die ganze Sache sogar sehr einfach.

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