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Wie wird im Hartz-4-Bezug das Weihnachtsgeld verrechnet?

Die Existenz von einem Weihnachtsgeld für arbeitslose Hartz-4-Empfänger ist ein haltloses Gerücht. Jedoch Hartz-4-Aufstocker müssen beim Weihnachtsgeld aufpassen. Dieses wird als Einkommen auf den Anspruch angerechnet und  mindert diesen entsprechend. Das kann Rückzahlungen oder Kürzungen in der Zukunft bedeuten.

Weihnachtsgeld bei Hartz 4: Ein Gerücht

Für Hartz-4-Aufstocker kann das Weihnachtsgeld Abzüge bedeuten.

Für Hartz-4-Aufstocker kann das Weihnachtsgeld Abzüge bedeuten.

Trotz öffentlich einsehbarer Gesetze und Regelungen im zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) dazu, was im Hartz-4-Bezug an finanziellen Zuwendungen möglich ist, hält sich das Gerücht wacker, dass es ein Weihnachtsgeld für Hartz-4-Empfänger gibt. Dies widerspricht aber dem Katalog der Bedarfe, die das Jobcenter übernehmen kann.

Trotzdem bricht jedes Jahr wieder eine Welle der Empörung darüber aus, dass Personen in ALG 2 angeblich Weihnachtsgeld beziehen. Besonders Arbeitende im Niedriglohn-Sektor sind darüber erbost, dass Menschen ohne Arbeit einen Zuschuss bekommen sollen, der in vielen Berufsfeldern nicht gewährt wird. Dabei ist es nicht wahr, dass Hartz-4-Beziehende Weihnachtsgeld vom Jobcenter bekommen.

Eigentlich ist es sogar umgekehrt. Denn wenn eine Person trotz Arbeit mit Hartz 4 aufstocken muss, ist jedes Einkommen relevant. Doch ist es im Hartz 4 mit dem Weihnachtsgeld genauso? Ist Anrechnung hier möglich?

Abzüge für Hartz-4-Aufstocker durch Weihnachtsgeld

Eine der Pflichten für Personen, die durch Hartz 4 unterstützt werden, ist die Minderung der Hilfsbedürftigkeit. Deswegen müssen alle Einkommen angegeben werden. Das zweite Sozialgesetzbuch besagt in § 11 Abs. 3 SGB II:

Einmalige Einnahmen sind in dem Monat, in dem sie zufließen, zu berücksichtigen.[…]

Das bedeutet, dass auch das Weihnachtsgeld anzugeben ist. Hartz-4-Aufstocker können also nicht wie andere den kleinen Bonus genießen. So sind auch größere Ausgaben für Geschenke oder eine Urlaubsreise zwischen den Jahren eher nicht möglich.

Für Erwerbslose wie auch für Aufstocker gelten Freibeträge. Das bedeutet, dass sie nicht jeden Mehrverdienst abgeben müssen. Ein begrenzter Teil darf ohne Anrechnung auf den Hartz-4-Anspruch behalten werden. Trotzdem muss er angegeben werden, da es sich ansonsten um falsche Informationen gegenüber dem Amt handelt.

Bei Hartz-4-Aufstockern müssen Einkünfte wie Weihnachtsgeld angegeben werden.

Bei Hartz-4-Aufstockern müssen Einkünfte wie Weihnachtsgeld angegeben werden.

Die Regelung, einmalige Einnahmen genauso anzurechnen wie andere Einkommen auch, hat sowohl Vor- als auch Nachteile. So wird es erschwert, an der Berechnung vorbei Einkünfte zu erwirtschaften. Folglich kann dem Missbrauch von Sozialleistungen entgegengewirkt werden, da es die Kontrolle vereinfacht.

Aber auch die Nachteile sind nicht von er Hand zu weisen. Das Wissen darum, dass einige Angestellte von ihrem Bonus nichts haben, kann die Motivation senken, überhaupt einen Zuschuss zu gewähren oder einen fadenscheinigen Vorwand liefern, wegen Hartz-4-Aufstockern das Weihnachtsgeld zu streichen. Auch der menschliche Aspekt sollte dabei nicht vernachlässigt werden. Der Abzug solcher positiv konnotierter Zuwendungen schmälert das Ansehen der Sozialhilfe in den Augen vieler Bürger.

Fazit: Hartz 4 und Weihnachtsgeld

  • Ein Weihnachtsgeld für Hartz-4-Empfänger vom Jobcenter aus existiert nicht.
  • Hartz-4-Aufstocker müssen Weihnachtsgeld und andere einmalige Einnahmen angeben, damit diese angerechnet werden können.
  • Allerdings gibt es die Freibeträge, die anrechnungsfreie Einnahmen bis zu einem gewissen Punkt erlauben.

Bildnachweise: Fotolia.com/© Andrey Popov, istockimages.com/©lavralavaga

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