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Wiedereingliederungshilfe: Maßnahmen vom Jobcenter für Arbeitslose

Die Wiedereingliederungshilfe ist eine der wichtigsten Aufgaben des Jobcenters. Arbeitslose und Arbeitsuchende sollen schnellstmöglich in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden. Dazu dient die Arbeitsvermittlung, Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Wiedereingliederung, Leistungen aus dem Vermittlungsbudget sowie Eingliederungszuschüsse für Arbeitgeber.

Arbeitslose auf dem Arbeitsmarkt eingliedern

Wozu dient die Wiedereingliederungshilfe vom Jobcenter?

Wozu dient die Wiedereingliederungshilfe vom Jobcenter?

Durch den Verlust des Arbeitsplatzes müssen viele Menschen Hartz 4 beziehen, um ihren Lebensunterhalt sicherstellen zu können. Das Arbeitslosengeld wird vom Jobcenter in Höhe eines aktuellen Regelsatzes gezahlt. Zusätzlich werden angemessene Kosten für die Unterkunft und Heizung übernommen.

Vorrangiges Ziel des Jobcenters ist es allerdings, Hartz-4-Empfänger in den Arbeitsmarkt einzugliedern. Daraus ergibt sich die Arbeitsförderung als wesentliche Aufgabe des Amtes. Dazu leistet das Jobcenter eine Wiedereingliederungshilfe, die sich in unterschiedlichen Maßnahmen äußert.

Aber welche Wiedereingliederungshilfe bietet die Arbeitsagentur an? Wie werden Hartz-4-Empfänger konkret gefördert, damit sie auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen können? Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wiedereingliederungshilfe vom Arbeitsamt: Welche Formen gibt es?

Jobcenter können sich an einer Vielzahl an Förderinstrumenten bedienen, um Wiedereingliederungshilfe bei Bedürftigen zu leisten. Diese Förderungen sind vor allem im Sozialgesetzbuch (SGB) II und III fest verankert.

Die Wiedereingliederungshilfe kann sowohl auf Langzeitarbeitslose als auch auf junge Menschen abzielen. So werden Berufseinsteigern oftmals Weiterbildungsmöglichkeiten geboten und ältere Arbeitslose können Umschulungen oder Bewerbungstrainings besuchen. Auch die Förderung einer Selbstständigkeit ist denkbar.

Arbeitsvermittlung nach §§ 29 bis 43 SGB III

Ein wichtiger Punkt der Wiedereingliederungshilfe ist die unentgeltliche und öffentliche Arbeitsvermittlung. Damit möglichst früh mit Bewerbungs- und Vermittlungsbemühungen begonnen werden kann, müssen Arbeitslose oder von Arbeitslosigkeit bedrohte Menschen sich möglichst schnell beim Jobcenter melden.

Endet Ihr Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis, sind Sie ohnehin dazu verpflichtet, sich drei Monate vor dessen Beendigung persönlich bei der Agentur für Arbeit zu melden. Andernfalls kann der Anspruch auf Arbeitslosengeld I für einige Zeit wegfallen.

Die Wiedereingliederungshilfe der Arbeitsagentur wird in der Eingliederungsvereinbarung festgehalten.

Die Wiedereingliederungshilfe der Arbeitsagentur wird in der Eingliederungsvereinbarung festgehalten.

Damit die Wiedereingliederung durch die Arbeitsvermittlung reibungslos vonstatten geht, werden vor der Vermittlung die beruflichen und persönlichen Merkmale, Fähigkeiten und die Eignung des Leistungsberechtigten ermittelt. Gemeinsam mit dem Arbeitsuchenden wird so eine Vermittlungsstrategie erarbeitet.

In der Eingliederungsvereinbarung wird festgehalten, welche individuellen Maßnahmen das Jobcenter dem Arbeitslosen anbietet und welche Pflichten der Hartz-4-Empfänger gegenüber dem Jobcenter hat. Dies kann sich beispielsweise in einer bestimmten Anzahl von Bewerbungen und der Teilnahme an einer Weiterbildung äußern.

Förderungen aus dem Vermittlungsbudget zur beruflichen Eingliederung

Zusätzlich zur Arbeitsvermittlung existiert im Rahmen der Wiedereingliederungshilfe die Förderung aus dem Vermittlungsbudget. Welche Förderungen zum Vermittlungsbudget zählen, ist im Gesetz nicht festgelegt. So wird dem Jobcenter und den Agenturen für Arbeit ein individueller Spielraum geboten.

Gefördert werden können von Arbeitslosigkeit bedrohte Arbeitsuchende und Arbeitslose, die eine versicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen wollen sowie Ausbildungsuchende, die eine versicherungspflichtige Berufsausbildung anstreben. Auch Empfänger von Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende können unterstützt werden.

Damit eine Förderung aus dem Vermittlungsbudget geleistet wird, muss diese zur Beseitigung konkreter Hindernisse bei der Anbahnung oder Aufnahme einer versicherungspflichtigen Beschäftigung notwendig sein. Zudem ist eine angemessene Höhe wichtig. Der Arbeitgeber darf gleichartige Leistungen nicht anbieten.

Der Hartz-4-Empfänger muss diese Form der Wiedereingliederungshilfe beantragen, bevor Kosten entstehen. Eine rückwirkende Beantragung ist nicht möglich. Grundsätzlich gilt allerdings, dass die Unterstützung Ermessenssache ist und darauf kein Rechtsanspruch besteht.

Zur Förderung aus dem Vermittlungsbudget zählt beispielsweise die Anschaffung eines Fahrzeugs, sofern dieses für die Arbeitsaufnahme benötigt wird. Auch spezielle Arbeitsgeräte oder Arbeitskleidung kann vom Jobcenter bewilligt werden. Zudem werden in der Regel die Bewerbungskosten vom Jobcenter erstattet.

Maßnahmen zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung

Wiedereingliederungshilfe vom Arbeitsamt soll Arbeitslose in den Arbeitsmarkt eingliedern.

Wiedereingliederungshilfe vom Arbeitsamt soll Arbeitslose in den Arbeitsmarkt eingliedern.

Des Weiteren bietet das Jobcenter Maßnahmen als Wiedereingliederungshilfe für Arbeitslose an. Durch die Maßnahmen sollen die Leistungsberechtigten an den Arbeitsmarkt herangeführt werden. Ziel ist die Stabilisierung der Beschäftigungsaufnahme oder die Vermittlung in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung.

Im Rahmen der Förderung werden angemessene Kosten für die Maßnahme übernommen. Auch während der Maßnahme besteht ein Anspruch auf Arbeitslosengeld. Grundsätzlich ist es wichtig, dass die Einzel- oder Gruppenmaßnahmen in einer angemessenen Dauer durchgeführt werden.

Langzeitarbeitslose können maximal 12 Wochen an der Maßnahme teilnehmen. Die Teilnahme erfolgt in der Regel nach Einwilligung des zuständigen Jobcenters. Damit der Arbeitslose sich bei einer Maßnahme anmelden kann, händigt das Jobcenter einen Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein aus.

Einstiegsgeld für Hartz-4-Empfänger

Durch das Einstiegsgeld soll Hartz-4-Empfängern der Einstieg in das Berufsleben erleichtert werden. Auch das Einstiegsgeld gilt als eine Form der Wiedereingliederungshilfe. Die Leistung wird gezahlt, wenn der Arbeitslose eine Arbeit aufnehmen möchte und das Gehalt vorerst nicht viel höher ist als das Arbeitslosengeld II.

Das Einstiegsgeld kann beantragt werden, wenn Sie eine hauptberufliche, selbstständige Tätigkeit oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen. Wichtig ist allerdings, dass Sie in Zukunft so viel Geld verdienen werden, dass Sie auf eine finanzielle Unterstützung nicht mehr angewiesen sind.

Die Leistung kann bis zu 24 Monate lang gezahlt werden. Die Höhe des Beitrags ist abhängig von der individuellen Situation des Hartz-4-Empfängers. Höchstmöglich ist allerdings der maßgebliche Hartz-4-Regelsatz. Beantragt werden muss das Einstiegsgeld, bevor die Beschäftigung begonnen wird.

Der Weg in die Selbstständigkeit: Gründungszuschuss für Arbeitslose

Eine weitere Leistung der Wiedereingliederungshilfe ist der Gründungszuschuss vom Jobcenter. Bei diesem handelt es sich um eine staatliche Transferleistung zur Förderung einer Existenzgründung. Durch den Gründungszuschuss erhalten Selbstständige sechs Monate lang Arbeitslosengeld 1 und zusätzliche 300 Euro. Anschließend können sie für weitere neun Monate 300 Euro beziehen.

Grundsätzlich erhält aber nicht jeder Selbstständige diese Form der Wiedereingliederungshilfe. Es besteht kein rechtlicher Anspruch auf den Gründungszuschuss. Wichtig ist daher, dass Sie sich gut auf das Gespräch mit dem zuständigen Jobcenter vorbereiten.

Sie sollten dem Mitarbeiter einen Businessplan vorlegen können. Optimal ist es, wenn Sie diesen vor Beantragung des Gründungszuschusses anfertigen. Bevor Sie den Gründungszuschuss beantragen, können Sie sich mit dem Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein kostenlos beraten lassen.

Eingliederungszuschuss für Arbeitgeber

Die Eingliederungshilfe der ARGE umfasst u. a. den Eingliederungszuschuss für Arbeitgeber.

Die Eingliederungshilfe der ARGE umfasst u. a. den Eingliederungszuschuss für Arbeitgeber.

Neben den bereits vorgestellten Förderungsmöglichkeiten kann die Wiedereingliederungshilfe auch nach der Arbeitslosigkeit genutzt werden. Verfügt ein Bewerber beispielsweise nicht über die nötigen beruflichen Erfahrungen, kann das Unternehmen einen Eingliederungszuschuss beim Jobcenter beantragen.

Dieser ist allerdings an die Voraussetzung gebunden, dass eine längere Einarbeitungszeit als üblich vorliegt und dadurch ein erhöhter Arbeitsaufwand erbracht werden muss. Wie hoch der Eingliederungszuschuss ausfällt, muss im Einzelfall vom zuständigen Jobcenter ermittelt werden.

Dabei kann die Förderung bis zu 50 Prozent des vereinbarten sozialversicherungspflichtigen Arbeitsentgelts betragen. Der Eingliederungszuschuss kann für bis zu zwölf Monate bewilligt werden. Besonders bei älteren, behinderten oder schwerbehinderten Arbeitnehmern ist der Zuschuss wahrscheinlich.

Fazit zum Thema “Wiedereingliederungshilfe”

  • Höchstes Ziel der Agenturen für Arbeit ist die Wiedereingliederung von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt.
  • Durch die Wiedereingliederungshilfe sollten Arbeitslose langfristig in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden.
  • Hauptbestandteil der Wiedereingliederungshilfe ist die Arbeitsvermittlung durch das Jobcenter.
  • Es werden u. a. Bewerbungskosten, Fahrtkosten sowie spezielle Arbeitsgeräte oder -kleidung vom Jobcenter übernommen.
  • Selbstständige können außerdem einen Gründungszuschuss und das sogenannte Einstiegsgeld beantragen.
  • Arbeitgeber haben bei besonders langer Einarbeitungszeit eines ehemaligen Hartz-4-Empfängers die Möglichkeit, einen Eingliederungszuschuss zu beantragen.

Bildnachweise: istockphoto.com/okapistudio, istockphoto.com/mediaphotos, istockphoto.com/shironosov, istockphoto.com/AlexRaths

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