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Wohngeld beantragen: Wer hat Anspruch auf Wohngeld?

Wohngeld kann in Deutschland als Beihilfe für den Erhalt der eigenen oder einer angemieteten Wohnung beantragt werden. Doch wegen existierender Ausschlusskriterien gibt es keinen uneingeschränkten Anspruch auf Wohngeld. Wer Transferleistungen wie Hartz 4 bezieht, ist vom Wohngeldanspruch ausgeschlossen. Doch wann bekommt man Wohngeld?

Was ist Wohngeld?

Anspruch auf Wohngeld hat prinzipiell jeder.

Anspruch auf Wohngeld hat prinzipiell jeder.

Personen, die nicht in der Lage sind, ihre Wohnung zu halten oder nur mit starken finanziellen Einschnitten ihre Unterkunft bezahlen können, haben in Deutschland die Möglichkeit, sich vom Staat unterstützen zu lassen. Damit soll die Verbindung einer Person oder einer Familie zu ihrer Wohnumgebung geschätzt und geschützt werden. Deswegen setzt das Wohngeldgesetz (WoGG) die Rechte und Vorschriften fest, die beim Wohngeld zum Tragen kommen.

Viele haben bereits von der Möglichkeit gehört und fragen sich: „Wann bekomme ich möglicherweise Wohngeld?“ Dabei sollte beachtet werden, dass das Recht auf Wohngeld Teil des ersten Sozialgesetzbuches ist. Als Sozialleistung ist das Wohngeld an bestimmte Voraussetzungen geknüpft. So steht die Leistung in Konflikt mit anderen Sozialleistungen, die in Deutschland beantragt werden können. Das bedeutet, dass es eine Vielzahl von Ausschlusskriterien gibt, die greifen, falls ein anderer Zuschuss dieses Feld bereits abdeckt.

Das Wohngeld wird in zwei Varianten unterschieden. Der erste Anteil ist die Miete und ist in § 9 WoGG definiert. Darunter fällt der Mietzins, der einem Vermieter monatlich überlassen wird. Zwar umfasst der Begriff der Miete im Alltag mehr, aber das Gesetz schließt die folgenden Kosten explizit aus:

  1. Heizkosten und Kosten für warmes Wasser
  2. Wasserkosten
  3. Kosten der Stromversorgung
  4. Mieten für Stellplätze oder Garagen

Für das Wohngeld gibt es Voraussetzungen, die gesetzlich festgelegt sind.

Für das Wohngeld gibt es Voraussetzungen, die gesetzlich festgelegt sind.

Auf der anderen Seite stehen die Kosten, die als Belastung im § 10 WoGG definiert sind. Diese stellen die zweite Variante vom Wohngeld dar. Allerdings wird die Belastung in der sogenannten Wohngeld-Lastenberechnung individuell ermittelt und kann nicht pauschal angegeben werden.

Voraussetzungen für Wohngeld

Schon im § 3 legt das WoGG fest, wer alles einen Anspruch auf Wohngeld haben kann. Darin wird die Frage: „Wann steht mir Wohngeld zu?“ beantwortet. Die Berechtigung für einen Mietzuschuss kann laut WoGG wie folgt ergehen:

(1) Wohngeldberechtigte Person ist für den Mietzuschuss jede natürliche Person, die Wohnraum gemietet hat und diesen selbst nutzt. Ihr gleichgestellt sind

  1. die nutzungsberechtigte Person des Wohnraums bei einem dem Mietverhältnis ähnlichen Nutzungsverhältnis (zur mietähnlichen Nutzung berechtigte Person), insbesondere die Person, die ein mietähnliches Dauerwohnrecht hat,
  2. die Person, die Wohnraum im eigenen Haus, das mehr als zwei Wohnungen hat, bewohnt, und
  3. die Person, die in einem Heim im Sinne des Heimgesetzes oder entsprechender Gesetze der Länder nicht nur vorübergehend aufgenommen ist.

Zum anderen können auch Wohnungsbesitzer und nicht nur Mieter das Wohngeld beantragen. Diese können dann einen sogenannten Lastenzuschuss erhalten.

(2) Wohngeldberechtigte Person ist für den Lastenzuschuss jede natürliche Person, die Eigentum an selbst genutztem Wohnraum hat. Ihr gleichgestellt sind

  1. die erbbauberechtigte Person,
  2. die Person, die ein eigentumsähnliches Dauerwohnrecht, ein Wohnungsrecht oder einen Nießbrauch innehat, und
  3. die Person, die einen Anspruch auf Bestellung oder Übertragung des Eigentums, des Erbbaurechts, des eigentumsähnlichen Dauerwohnrechts, des Wohnungsrechts oder des Nießbrauchs hat.

Somit kann die Frage „Wer hat Anspruch auf Wohngeld?“ mit „Prinzipiell jeder.“ beantwortet werden.

Ausschlusskriterien: Wer bekommt kein Wohngeld?

Auch ohne Einkommensgrenze kann das Wohngeld verwehrt werden.

Auch ohne Einkommensgrenze kann das Wohngeld verwehrt werden.

Aber auch wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind, kann es sein, dass die Wohngeldberechtigung nicht anerkannt wird. In so einem Fall liegt in der Regel ein Verhinderungsgrund vor. Denn bestimmte Umstände können auch dann noch verhindern, dass der Wohngeldanspruch anerkannt wird. Diese werden in § 7 WoGG festgelegt. Ausgeschlossen sind zum Beispiel:

  1. Menschen mit Hartz-4-Anspruch
  2. Rentner, die Grundsicherung im Alter empfangen
  3. Personen, die Verletztengeld beziehen

Deswegen sollte bei der Finanzplanung gründlich geprüft werden, welche Ansprüche bestehen. So können unerwartete Ablehnungsbescheide schon im Vorfeld vermieden werden. Auch Beratungsgespräche bei den Behörden können helfen herauszufinden, wer in der Bedarfsgemeinschaft wohngeldberechtigt ist und wer nicht.

Wohngeld bei ALG 1 ist eine gute Möglichkeit, das verringerte Einkommen zu kompensieren.

Eine beim Wohngeld festgelegte Einkommensgrenze gibt es nicht. Jedoch wird der Wohnzuschuss nur gewährt, wenn der Erhalt einer angemessenen Wohnung nicht mit den eigenen Mitteln bewältigt werden kann. Die Frage, welcher Wohnraum angemessen ist, muss immer im Einzelfall beantwortet werden, aber eine feste Einkommensgrenze beim Wohngeld wurde vom Gesetzgeber nicht formuliert.

Die Berechnung vom Wohngeld

Beim Wohngeld ergibt sich die Höhe aus den Merkmalen der Wohnung.

Beim Wohngeld ergibt sich die Höhen aus den Merkmalen der Wohnung.

Um das Wohngeld zu berechnen werden drei Faktoren berücksichtigt. Diese werden von § 4 des WoGG beschrieben.

  1. Anzahl der zu berücksichtigenden Mitglieder im Haushalt
  2. Anfallende Miete oder Belastung
  3. Gesamteinkommen

Diese werden dann in einer Formel, die ebenfalls gesetzlich festgelegt ist, miteinander verrechnet. So soll sichergestellt werden, dass für jeden Haushalt ein angemessener Zuschuss gezahlt werden kann, wenn es sich als notwendig erweist.

Die Formel zur Wohngeldberechnung:

1,15 x (Miete – (a + b x Miete + c x Gesamteinkommen)x Gesamteinkommen)

a, b und c sind Werte die aus der ersten Anlage zum Wohngeldgesetz – der Wohngeldtabelle – entnommen werden können.

Mit dieser Formel und dem Gesetz kann die Frage „Wie viel Wohngeld steht mir zu?“ beantwortet werden. Die Wohngeld-Höhe richtet sich also nach Einkommen, Wohnverhältnissen und den anfallenden Mietkosten.

Wohngeld beantragen

Besteht ein Wohngeldanspruch, sollte es kein Problem darstellen, das Wohngeld zu beantragen. Dazu ist es nötig, sich mit der lokalen Wohngeldstelle auseinanderzusetzen. Dort können Sie das Wohngeld beantragen und erhalten die entsprechenden Formulare. Dazu gehört auch das Formular über die Verdienstbescheinigung für das Wohngeld. Darin müssen alle Einkünfte angegeben werden, damit eine korrekte Berechnung vom Wohngeld gemacht werden kann.

Wenn Sie Fragen zu den Dokumenten und Nachweisen haben, kann ein Anwalt für Sozialrecht ein erster Anlaufpunkt sein, um Unklarheiten zu bereinigen. Dieser kann die Wohngeldberechtigung auch prüfen und die Höhe vom Wohngeldzuschuss abschätzen.

Fazit zum Wohngeld

  • Wohngeld soll es ermöglichen, eine angemessen Wohnung zu finanzieren.
  • Dazu wird aus Einkommen, Haushaltsmitgliedern und Miete ein Zuschuss errechnet, mit dem die Kostenträger unterstützt werden sollen.
  • Nicht jeder hat eine Wohngeldberechtigung. Die Kriterien sind im Wohngeldgesetz festgelegt.

Bildnachweise: istockimages.com/ lavralavag, istockimages.com/ cmeder, istockimages.com/ wiki2win, Fotolia.com/ Zerbor

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