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Hartz-4-Bezug: Welcher Zuverdienst ist erlaubt?

Ein Zuverdienst bei Hartz-4-Bezug ist nicht nur möglich, sondern wird vom Jobcenter sogar gerne gesehen, da eine solche Beschäftigung den (Wieder-)Einstieg in die volle Berufstätigkeit ebnen kann. Damit ALG-2-Empfängern, die nebenher arbeiten, mehr Geld zur Verfügung steht, als Personen ohne Job, werden bestimmte Freibeträge angesetzt.

Wie hoch darf ein Zuverdienst bei Hartz-IV-Bezug sein?

Wie viel Geld darf man bei Hartz-4-Bezug dazuverdienen? Eine Tabelle muss hierfür nicht herangezogen werden.

Wie viel Geld darf man bei Hartz-4-Bezug dazuverdienen? Eine Tabelle muss hierfür nicht herangezogen werden.

Laut den Regelungen des Zweiten Sozialgesetzbuches (SGB II) dürfen Hartz-4-Empfänger einen Zuverdienst erwirtschaften. Sie können also beispielsweise einen Mini-, Midi- oder Teilzeitjob ausüben. Laut § 11b SGB II darf das Einkommen aus einer solchen Beschäftigung bei maximal 1.200 Euro liegen.

Eine Ausnahme gilt für Leistungsempfänger, die mit ein minderjähriges Kind haben oder mit einem solchen in einer Bedarfsgemeinschaft leben. Bei diesen darf zusätzlich zum Arbeitslosengeld 2 ein Zuverdienst in Höhe von 1.500 Euro erarbeitet werden.

Zuverdienst für Hartz-4-Empfänger: Welcher Freibetrag wird angesetzt?

Verdienen Hartz-4-Empfänger ein Einkommen, wird dieses auf ihre Leistungen angerechnet. Betroffene erhalten also monatlich einen niedrigeren Betrag vom Jobcenter. Damit sich die Arbeit aber auszahlt und arbeitende ALG-2-Empfänger mehr Geld zur Verfügung haben als solche, die keiner Beschäftigung nachgehen, gibt es bestimmte Freibeträge. Diese Beträge werden nicht auf die Leistungen angerechnet, die Person kann das Geld also voll behalten.

Doch wie hoch ist der Freibetrag beim Hartz-4-Zuverdienst genau? Der Grundfreibetrag liegt bei 100 Euro. Diesen Betrag dürfen arbeitende ALG-2-Empfänger also stets behalten, da dieser nicht auf die Leistungen angerechnet wird.

Weitere Freibeträge hängen von der Höhe des Einkommens ab, welches ALG-2-Empfänger verdienen:

  • Einkommen, welches zwischen 100 Euro und 1.000 Euro liegt, ist zu 20 Prozent anrechnungsfrei.
  • Beträge zwischen 1.000 und 1.200 bzw. 1.500 Euro werden zu 10 Prozent nicht angerechnet.

Wie hoch ist das anrechenbare Einkommen? Ein Beispiel

Freibeträge sorgen beim Hartz-4-Zuverdienst dafür, dass nicht das komplette Einkommen angerechnet wird.

Freibeträge sorgen beim Hartz-4-Zuverdienst dafür, dass nicht das komplette Einkommen angerechnet wird.

Die folgende Berechnung soll beispielhaft aufzeigen, wie der Zuverdienst auf das Arbeitslosengeld 2 angerechnet wird. Martina hat einen Teilzeit-Job, bei dem sie monatlich 1.300 Euro netto verdient. Da sie eine kleine Tochter hat, wäre ein Hartz-4-Zuverdienst bis 1.500 Euro möglich.

  • Die ersten 100 Euro, der Grundfreibetrag, sind anrechnungsfrei.
  • Hinzu kommen 20 Prozent vom Betrag zwischen 100 Euro und 1.000 Euro. Das sind 180 Euro.
  • Vom Betrag zwischen 1.000 Euro und 1.300 Euro werden außerdem zehn Prozent nicht angerechnet. Das sind also 30 Euro.
  • Alles in allem liegt der Freibetrag bei 310 Euro.

Ziehen wir diesen Betrag vom Nettoeinkommen ab, ergibt sich ein anrechenbares Einkommen in Höhe von 990 Euro. 310 Euro werden nicht angerechnet, sie können vom Zuverdienst beim Arbeitslosengeld-2-Bezug komplett behalten werden.

Fazit zum Hartz-4-Zuverdienst

  • Die Obergrenze für den Hartz-IV-Zuverdienst liegt bei 1.200 Euro.
  • ALG-2-Empfänger mit Kind profitieren von einer höheren Grenze, die bei 1.500 Euro liegt.
  • Das Einkommen wird auf die Leistungen angerechnet. Freibeträge sorgen dafür, dass Hartz-4-Empfänger mit einem Zuverdienst mehr Geld zur Verfügung haben, als Personen, die keiner Beschäftigung nachgehen.
  • Der Grundfreibetrag liegt bei 100 Euro. Von 100 Euro bis 1.000 Euro bleiben 20 Prozent, von 1.000 Euro bis 1.200/1.500 Euro zehn Prozent anrechnungsfrei.

Bildnachweise: fotolia.com/Robert Kneschke

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