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Arbeitslosengeld 1: Wann besteht Anspruch auf ALG 1?

Hat jemand seinen Arbeitsplatz verloren, stellt sich die Frage, ob er auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch hat. Welche Regelungen gelten bei dieser Leistung? Ab wann hat man Anspruch auf Arbeitslosengeld 1? Wie hoch und wie lang ist der Arbeitslosengeld-1-Anspruch?

Wer hat Anspruch auf Arbeitslosengeld 1?

Ob Sie auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch haben, hängt von vielen Faktoren ab.

Ob Sie auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch haben, hängt von vielen Faktoren ab.

Ob Sie auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch haben, hängt davon ab, ob Sie die Voraussetzungen dafür erfüllen.

Im dritten Sozialgesetzbuch (SGB III) werden folgende Bedingungen festgelegt, die erfüllt werden müssen, um das Arbeitslosengeld 1 beziehen zu können:

  • Sie müssen zunächst arbeitslos sein.
  • Sie haben die Anwartschaftszeit erfüllt.
  • Sie melden sich persönlich bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit arbeitssuchend und arbeitslos.

ALG-1-Anspruch: Wer gilt als arbeitslos?

Können Sie nachweisen, dass Sie tatsächlich nicht in einem versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis sind, haben Sie die erste Voraussetzung erfüllt. Doch wann gelten Sie als arbeitslos? Im § 138 des SGB III finden Sie folgende Definition:

Arbeitslos ist, wer Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer ist und
1. nicht in einem Beschäftigungsverhältnis steht (Beschäftigungslosigkeit),
2. sich bemüht, die eigene Beschäftigungslosigkeit zu beenden (Eigenbemühungen), und
3. den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).

Demnach gelten Sie als arbeitslos, wenn Sie vorübergehend nicht in einem Beschäftigungsverhältnis stehen, aber eines suchen, das wöchentlich mindestens 15 Stunden umfasst. Dabei müssen Sie Eigenbemühungen nachweisen und Vorschläge von Ihrer Agentur für Arbeit annehmen, um Ihre Arbeitslosigkeit zu beenden.

Einen ALG-I-Anspruch haben Sie, wenn Sie unter anderem die Anwartschaftszeit erfüllen

Auf Arbeitslosengeld 1 haben Sie Anspruch, wenn Sie unter anderem die Anwartschaftszeit erfüllen.

Auf Arbeitslosengeld 1 haben Sie Anspruch, wenn Sie unter anderem die Anwartschaftszeit erfüllen.

Die normale Anwartschaftszeit haben Sie dann erfüllt, wenn Sie innerhalb der letzten zwei Jahre vor Ihrer Arbeitslosigkeit mindestens zwölf Monate lang versicherungspflichtig beschäftigt waren, wobei diese zwölf Monate kein zusammenhängender Zeitraum sein muss.

Es gibt auch die sogenannte verkürzte Anwartschaftszeit, bei deren Erfüllung Sei ebenfalls Anspruch als ALG I haben. Diese erfüllen Sie dann, wenn:

  • Sie innerhalb der letzten zwei Jahre vor Eintritt Ihrer Arbeitslosigkeit mindestens sechs Monate oder 180 Tage versicherungspflichtig gearbeitet haben.
  • die Stellen, die Sie hatten, von vornherein auf nicht mehr als sechs Wochen befristet waren.
  • das Bruttoeinkommen der letzten zwölf Monate den Betrag von 34.020 Euro nicht übersteigt.

Wie beantragen Sie Arbeitslosengeld I, wenn Anspruch besteht?

Wenn bei Ihnen auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch besteht, müssen Sie sich zunächst persönlich bei der für Sie zuständigen Agentur für Arbeit arbeitslos melden. Mit der Meldung Ihrer Arbeitslosigkeit wird gleichzeitig die Leistung beantragt, deshalb ist es wichtig, dass Sie sich spätestens am ersten Tag der Arbeitslosigkeit bei Ihrer Agentur für Arbeit melden. Außerdem ist es erforderlich, den Personalausweis bzw. den Reisepass mitzunehmen.

Darüber hinaus ist es erforderlich, dass Sie sich arbeitsuchend melden, sobald Sie erfahren, dass die Arbeitslosigkeit bald eintreten könnte. Um Arbeitslosengeld 1 zu bekommen, müssen Sie sowohl arbeitsuchend als auch arbeitslos gemeldet sein.

Wann habe ich sonst noch Anspruch auf Arbeitslosengeld 1?

Wann haben Sie sonst noch auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch?

Wann haben Sie sonst noch auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch?

Wenn Sie bei erneuten Arbeitslosigkeit die Anwartschaftszeit nicht erfüllen, haben Sie die Möglichkeit, auf einen früheren Arbeitslosengeld-1-Anspruch zurückzugreifen, sofern die Verjährung noch nicht eingetreten ist.

D.h., wenn Sie innerhalb der letzten fünf Jahre für den Bezug vom Arbeitslosengeld 1 die Voraussetzungen erfüllt haben, den Anspruch dafür aber noch nicht voll ausgeschöpft haben, können Sie beim erneuten Eintritt der Arbeitslosigkeit den unverbrauchten Rest wieder geltend machen.

Ab dem Zeitpunkt des Anspruches auf Arbeitslosengeld 1 bleibt dieser vier Jahre lang bestehen.

Wie hoch ist der Arbeitslosengeld-1-Anspruch?

Wie hoch der Arbeitslosengeld-1-Anspruch ist, hängt davon ab, wie viel Einkommen von Ihnen in den letzten Jahren erzielt wurde. Es ist gesetzlich geregelt, dass Sie in der Regel 60 Prozent des pauschalisierten Nettoarbeitsentgelts erhalten, welches durchschnittlich im Bemessungszeitraum erwirtschaftet wurde. Wenn Sie Kinder haben, erhöht sich der Alg-1-Prozentsatz für Sie auf 67 Prozent. Darüber hinaus spielt die Steuerklasse ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Berechnung von Arbeitslosengeld 1.

Nach Ihrem Antrag wird die Agentur für Arbeit zunächst den sogenannten Bemessungszeitraum ermitteln. Dabei handelt es sich um die Arbeitstage, an denen Sie im Jahr vor Ihrer Arbeitslosigkeit versicherungspflichtig gearbeitet haben. Sollten Sie weniger als 150 Tage gearbeitet haben, wird der Bemessungsrahmen auf zwei Jahre verlängert.

Haben Sie in den letzten zwei Jahren vor Ihrer Arbeitslosigkeit durchschnittlich mindestens 10 Prozent mehr verdient, haben Sie ein Recht auf den Anspruch, den Bemessungszeitraum auf 2 Jahre ausdehnen zu lassen, damit Sie ein höheres Arbeitslosengeld 1 erhalten.

Nach der Festlegung des Bemessungszeitraums, wird die Agentur für Arbeit aus dem gesamten Arbeitsentgelt, das im Bemessungszeitraum erzielt wurde, Ihr tägliches Durchschnittsentgelt, oder auch Bemessungsentgelt genannt, ermitteln. Dabei werden auch Einmalzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld berücksichtigt.

Wenn Sie beispielsweise 250 Tage gearbeitet und dabei 25.000 Euro erzielt haben, beträgt Ihr Bemessungsentgelt 100 Euro.

Wenn das Bemessungsentgelt ermittelt ist, werden davon noch Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und ein pauschaler Sozialversicherungsbetrag abgezogen. Das, was übrigbleibt, wird Nettoarbeitsentgelt oder Leistungsentgelt genannt. Je nachdem, ob bei Ihnen Kinder vorhanden sind, beträgt Ihr Arbeitslosengelt-1-Anspruch 60 oder 67 Prozent vom Nettoarbeitsentgelt.

Was ist bei ALG-1-Anspruch die maximale Dauer?

Was ist die maximale Dauer vom Arbeitslosengeld-1-Anspruch?

Was ist die maximale Dauer vom Arbeitslosengeld-1-Anspruch?

Wie lange Sie auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch haben, hängt von zwei Faktoren ab. Zum einem davon, wie alt Sie zum Zeitpunkt Ihrer Arbeitslosigkeit sind und zum anderen, wie lange Sie in den letzten fünf Jahren, also vor Ihrer Arbeitslosigkeit, versicherungspflichtig gearbeitet haben.

Sie können unten entnehmen, wie lange Sie auf ALG 1 Anspruch haben. Die Tabelle gilt jedoch nur für Personen unter 50 Jahren:

Sozialversicherungspflichtig gearbeitet fürEinschränkungenAnspruch auf ALG 1 für
12 Monate6 Monate
16 Monate8 Monate
20 Monate10 Monate
24 Monate12 Monate
30 Monatenur für Personen ab 50 Jahre 15 Monate
36 Monatenur für Personen ab 55 Jahre 18 Monate
48 Monatenur für Personen ab 58 Jahre 24 Monate

Wenn Sie jünger als 50 Jahre sind, haben Sie maximal 12 Monate auf Arbeitslosengeld 1 Anspruch. Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass Sie in den letzten fünf Jahren vor Ihrer Arbeitslosigkeit 24 Monate lang versicherungspflichtig gearbeitet haben müssen. Haben Sie nur 12 Monate lang gearbeitet, haben Sie nur 6 Monate Arbeitslosengeld-1-Anspruch.

  • Haben Sie das 50. Lebensjahr vollendet und in den letzten fünf Jahren insgesamt mindestens 30 Monate versicherungspflichtig gearbeitet, erhalten Sie bis zu 15 Monate Arbeitslosengeld 1.
  • Sind Sie über 55 Jahre alt, können Sie bis zu 18 Monate Arbeitslosengeld 1 bekommen, wenn Sie in den letzten fünf Jahren vor Ihrer Arbeitslosigkeit 36 Monate gearbeitet haben.
  • Personen über 58 Jahren können bis zu 24 Monate Arbeitslosengeld 1 bekommen, dies entspricht der Höchstdauer. Die Voraussetzung dafür ist, dass Sie in den vergangenen fünf Jahren mindestens 48 Monate gearbeitet haben müssen.

Personen, die die Anforderungen für eine verkürzte Anwartschaftszeit erfüllen, haben wie folgt Arbeitslosengeld-1-Anspruch:

Anzahl der Monate, in denen versicherungspflichtig gearbeitet wurdeAnspruch auf ALG 1 in Monaten
63
84
105

Wenn auf Arbeitslosengeld 1 kein Anspruch mehr besteht, können Sie beim Jobcenter Arbeitslosengeld 2 beantragen.

Fazit: Auf Arbeitslosengeld 1 haben Sie Anspruch, wenn Sie unter anderem arbeitslos sind

  • Ob Sie Arbeitslosengeld-1-Anspruch haben, hängt auch davon ab, wie lange Sie gearbeitet haben.
  • Sie müssen sich arbeitsuchend und arbeitslos gemeldet haben.
  • Wie hoch Ihr Arbeitslosengeld-1-Anspruch ist, hängt davon ab, wie viel Einkommen Sie in den letzten Jahren vor Ihrer Arbeitslosigkeit erwirtschaftet haben.
  • Die Dauer des Anspruches hängt davon ab, wie alt Sie sind und wie lange Sie davor versicherungspflichtig gearbeitet haben.

Bildnachweise: Fotolia.com/© Schlierner, Fotolia.com/© gzorgz, istock.com/alexkalina, iStock.com/monkeybusinessimages

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