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Arbeitslosengeld 1 (Alg I): Was ist das eigentlich?

Verliert ein Arbeitnehmer seinen Job, kommt es zur Zahlung von Arbeitslosengeld (Alg 1), wenn dieser zuvor lange genug sozialversicherungspflichtig gearbeitet hat. Während der Bezugsdauer gelten einigen Vorgaben bezüglich Umzug, Urlaub und Nebenjob. Welche das sind und was Sie tun können, wenn das Recht auf Arbeitslosengeld 1 nicht mehr gegeben ist, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Wichtige Informationen zum Arbeitslosengeld 1:

Arbeitslosengeld ab 50 Anspruch auf ALG 1 Antrag auf ALG 1 Ersparnisse bei Arbeitslosengeld Höhe von ALG 1 Dauer von ALG 1 Bemessungsgrundlage ALG 1 Höchstsatz für ALG 1 Arbeitslosengeld und Teilzeit Voraussetzungen für ALG 1

Wer bekommt Arbeitslosengeld 1 überhaupt?

Das Arbeitslosengeld 1 soll Personen, die Ihren Arbeitsplatz verloren haben, finanziell absichern.
Das Arbeitslosengeld 1 soll Personen, die Ihren Arbeitsplatz verloren haben, finanziell absichern.

Unbefristeter Arbeitsvertrag, geregeltes monatlichen Einkommen, eine angenehme Arbeitsatmosphäre – davon träumen sicherlich viele Arbeitnehmer in Deutschland. Die Realität sieht oft leider anders aus.

So werden gerade für Berufseinsteiger häufiger nur befristete Arbeitsverträge ausgehandelt, Selbstständige müssen jeden Monat genug Aufträge an Land ziehen um über die Runden zu kommen. Läuft ein Arbeitsvertrag dann aus und wird nicht verlängert, herrscht meist große Ungewissheit: Was kommt nun?

Grundsätzlich haben Arbeitnehmer, die ihren Job verloren haben, Anspruch auf Arbeitslosengeld 1. Schließlich zahlen diese im Rahmen der monatlichen Abgaben auch in die Arbeitslosenversicherung ein. Allerdings gilt eine Voraussetzung, um Arbeitslosengeld 1 beziehen zu können: Sie müssen in den vergangenen zwei Jahren mindesten zwölf Monate lang in die Versicherung eingezahlt haben und somit die sogenannte Anwartschaftszeit erfüllen.

§ 137 Absatz 1 Sozialgesetzbuch III (SGB III) fasst zusammen, welche Voraussetzungen für einen Anspruch auf Arbeitslosengeld 1 gegeben sein müssen:

Anspruch auf Arbeitslosengeld bei Arbeitslosigkeit hat, wer

  • arbeitslos ist,
  • sich bei der Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet und
  • die Anwartschaftszeit erfüllt hat.

Erfüllen Sie diese Voraussetzung, besteht ein Anspruch auf Alg 1. Wie lange Sie einen Anspruch auf diese Leistung haben, hängt davon ab, wie lange Sie in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben und wie alt Sie sind.

Wichtig: Am ersten Tag der Arbeitslosigkeit sollten Sie persönlich bei der Agentur für Arbeit vorsprechen und sich arbeitslos melden. Danach wird ein Termin mit einem Sachbearbeiter vereinbart, der Ihnen helfen wird, möglichst schnell einen neuen Job zu finden. Er kann Ihnen auch bei der Beantragung vom Arbeitslosengeld 1 helfend zur Seite stehen.

Wie berechnet man Arbeitslosengeld 1?

Eine wichtige Voraussetzung für Arbeitslosengeld 1 ist, dass Sie davor mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig gearbeitet haben müssen.
Eine wichtige Voraussetzung für Arbeitslosengeld 1 ist, dass Sie davor mindestens zwölf Monate versicherungspflichtig gearbeitet haben müssen.

Doch wie viel Geld erhalten Arbeitslosengeld-1-Empfänger eigentlich? Anders als beim Bezug von Hartz 4 gelten hierfür keine Regelsätze, das Einkommen vor Beginn der Arbeitslosigkeit ist viel mehr ausschlaggebend.

So bekommen Arbeitslose mit Alg-1-Anspruch in aller Regel 60 Prozent vom pauschalisierten Nettoentgelt der letzten Monate. Wer sich um ein Kind kümmert profitiert von einem höheren Prozentsatz: Hierbei macht das Arbeitslosengeld 1 67 Prozent der Nettoentgelts aus.

Allerdings beginnt der Anspruch auf Alg 1 nicht immer mit dem ersten Tag der Arbeitslosigkeit. Verschiedene Umstände können für eine sogenannte Sperrzeit sorgen, in welcher der Anspruch für maximal 12 Wochen ruht. Das sind gemäß § 159 Absatz 1 SGB II:

  • Arbeitsplatz selbst gekündigt bzw. Kündigung mutwillig herbeigeführt
  • Zumutbare Arbeitsstelle ohne triftige Gründe abgelehnt
  • Unzureichende Eigenbemühungen für einen neuen Job
  • Berufliche Eingliederungsmaßnahme abgelehnt
  • Abbruch einer beruflichen Eingliederungsmaßnahme
  • Meldeversäumnisse
  • Verspätete oder gar nicht erfolgte Arbeitsuchendmeldung

In diesem Zusammenhang wollen wir noch einmal genauer darauf eingehen, wann sich Betroffene „arbeitsuchendmelden müssen: Haben Sie einen befristeten Arbeitsvertrag, müssen Sie sich spätestens drei Monate vor Ablauf der Anstellung arbeitsuchend melden.

Erfahren Sie später von Ihrer Entlassung, kommt also die plötzliche Kündigung, müssen Sie sich spätestens drei Tage danach bei der Agentur für Arbeit melden. Halten Sie sich nicht an diese Fristen, droht eine Sperrzeit.

Wie lange haben Sie Anspruch auf Arbeitslosengeld 1? Tabelle zur Übersicht

Beim Bezug von Arbeitslosengeld 1 wird die Zahlung nur für einen gewissen Zeitraum gewährt. Wie lange Sie die Leistung von der Agentur für Arbeit beziehen können, ist in der nachfolgenden Tabelle aufgelistet:

Sozialversicherungspflichtig gearbeitet fürEinschränkungenAnspruch auf ALG 1 für
12 Monate6 Monate
16 Monate8 Monate
20 Monate10 Monate
24 Monate12 Monate
30 Monatenur für Personen ab 50 Jahre 15 Monate
36 Monatenur für Personen ab 55 Jahre 18 Monate
48 Monatenur für Personen ab 58 Jahre 24 Monate

Gibt es Arbeitslosengeld 1, wenn Sie im Ausland leben?

Sie können unter Umständen Arbeitslosengeld 1 bekommen, auch wenn Sie davor im Ausland gearbeitet haben.
Sie können unter Umständen Arbeitslosengeld 1 bekommen, auch wenn Sie davor im Ausland gearbeitet haben.

Beziehen Sie Leistungen wie das Arbeitslosengeld 1 steht grundsätzlich die Wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt im Vordergrund. Daher gelten für Leistungsempfänger gewisse Regeln, an die sich diese halten müssen.

So muss eine Ortsabwesenheit zum Beispiel mit der Agentur für Arbeit abgesprochen werden. Sie können sich entweder schriftlich oder online melden. Wird die Ortsabwesenheit genehmigt, besteht auch während des Urlaubs weiterhin Anspruch auf Arbeitslosengeld 1.

Bedenken Sie jedoch, dass der entsprechende Antrag nicht sehr weit im Voraus gestellt werden kann. Eine Ortsabwesenheit kann nämlich abgelehnt werden, wenn dies Ihrer beruflichen Wiedereingliederung im Wege steht. Daher wird immer nur kurzfristig über diese Anträge entschieden.

Wichtig: Auch einen Umzug müssen Sie der Bundesagentur für Arbeit in jedem Fall mitteilen. Andernfalls kann es zu Problemen kommen, wenn Sie postalisch nicht erreichbar sind.

Die Leistungen vom Arbeitslosengeld 1 reichen nicht aus: Und nun?

Häufig reicht das Arbeitslosengeld 1 gerade einmal aus, um die nötigsten Ausgaben zu decken. Mit einem Nebenjob können Sie sich etwas „dazuverdienen“. Dieser darf allerdings nicht mehr als 15 Stunden pro Kalenderwoche einnehmen.

165 Euro von Ihrem Verdienst gelten als Freibetrag. Die restliche Summe wird auf die Leistungen der Agentur für Arbeit angerechnet. Durch Werbungskosten, wie beispielsweise die Fahrtkosten zur Arbeit, kann der Freibetrag angehoben werden.

Kommt ein Nebenjob nicht infrage, können Sie noch andere Optionen prüfen, mit denen Sie Ihre finanzielle Situation verbessern können. Ihr Sachbearbeiter kann Sie beraten, ob ein Anspruch auf Wohngeld, den Kinderzuschlag oder Arbeitslosengeld 2 besteht.

Was kommt nach Arbeitslosengeld 1?

Um Arbeitslosengeld 1 zu bekommen, müssen Sie sich persönlich arbeitslos melden
Um Arbeitslosengeld 1 zu bekommen, müssen Sie sich persönlich arbeitslos melden

Eigentlich ist das Arbeitslosengeld 1 nur als Übergangslösung gedacht, bis die Betroffenen einen neuen Arbeitsplatz finden. Häufig gestaltet sich die Stellensuche allerdings schwierig, sodass nach Ende der Bezugsdauer von Alg I noch kein neuer Job vorhanden ist.

In diesem Fall können sich Arbeitslose an das zuständige Jobcenter wenden und Hartz-4-Leistungen beantragen. Dazu zählen ein monatlicher Regelsatz sowie die Übernahme der Kosten für Unterkunft und Heizung. Zudem sind Hartz-4-Empfänger über das Jobcenter krankenversichert.

Ob tatsächlich ein Anspruch auf Hartz 4 besteht, hängt auch davon ab, über wie viel Vermögen der Antragssteller verfügt und was der Partner verdient. In unserem Ratgeber erfahren Sie im Detail, welche Voraussetzungen für einen Bezug von Hartz 4 erfüllt sein müssen.

Fazit: Was ist Arbeitslosengeld 1 (Alg 1)?

  • Arbeitslosengeld 1 ist eine Leistung, die Arbeitslose in Anspruch nehmen können, welche die Anwartschaftszeit erfüllen und in den letzten Monaten in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt haben. Wie lange der Anspruch besteht, hängt davon ab, wie viele Monate eingezahlt wurde.
  • Die Höhe vom Alg 1 ist ein Prozentsatz von 60 oder 67 (mit Kind) Prozent des durchschnittlichen Nettoentgelts der Monate vor der Arbeitslosigkeit. Reicht dies nicht aus, sollten Sie mit Ihrem Sachbearbeiter absprechen, ob weitere Sozialleistungen wie Kinderzuschlag, Wohngeld oder Hartz 4 in Betracht kommen.
  • Wird die Zahlung vom Arbeitslosengeld 1 eingestellt, weil die Anspruchsdauer abgelaufen ist und Sie haben noch keine neue Arbeit gefunden, können Sie beim zuständigen Jobcenter einen Antrag auf Hartz-4-Leistungen stellen.

Bildnachweise: iStock.com/nyul, iStock.com/monkeybusinessimages, Fotolia.com/© everythingpossible, iStock.com/AlexRaths

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