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Verwertbares Vermögen: Was vor Hartz 4 verbraucht werden muss

Wenn Hartz 4 beantragt wird, prüft das Jobcenter, ob Ersparnisse oder Vermögen vorliegen. Diese sollen erst einmal aufgebraucht werden. Für viele Hilfsbedürftige, ist es ein Schock, dass auch die letzten Reserven, die vielleicht für das Kind zurückgehalten wurden, abgeschmolzen werden müssen, bevor sie nicht mehr gegen den Hartz-4-Satz verrechnet werden.

Was zählt als verwertbares Vermögen bei Hartz 4?

Was zählt als verwertbares Vermögen bei Hartz 4?

Fällt ein Mensch nach 12 Monaten in die Langzeitarbeitslosigkeit, ändern sich viele Umstände. Das Arbeitslosengeld 1, das bisher gezahlt wurde, versiegt und ein Antrag auf Hartz 4 muss gestellt werden. Im Jobcenter ereilt die meisten dann die Nachricht, dass ein sogenanntes verwertbares Vermögen existieren könnte. Also Erspartes, das den Hilfesuchenden noch ein finanzielles Notkissen sein kann, muss bis zu einem bestimmten Betrag abgebaut werden.

Unabhängig von den Umständen, wie diese Ersparnisse zustande gekommen sind und welchen Zweck sie zugedacht waren, muss bei Hartz 4ein jedes verwertbares Vermögen angegeben werden, damit es gegebenenfalls mit dem Hartz-4-Satz verrechnet werden kann.

Doch welches Vermögen kann überhaupt als verwertbares Vermögen in Betracht kommen? In diesem Ratgeber möchten wir Ihnen einen Überblick darüber geben, was als verwertbares Vermögen gilt und welche Werte vom Jobcenter nicht verrechnet werden dürfen.

Verwertbares Vermögen laut Sozialgesetzbuch (SGB II)

Was als verwertbares Vermögen gilt, wenn Grundsicherung beantragt wird, legt das zweite Sozialgesetzbuch fest. Das verwertbare Vermögen wird im SGB II als zu berücksichtigendes Vermögen bezeichnet. Bei der Antragstellung auf Hartz 4 müssen solche Geld- oderVermögenswerte angegeben werden. Diese haben direkten Einfluss auf die Bewilligung des Hartz 4 und die damit verbundene Höhe der individuellen Hartz-4-Leistungen.

Berücksichtigte Werte sind beispielsweise:

  • Bargeld
  • Sammlungen (Münzen, Briefmarken)
  • Immobilien
  • Kapitalanlagen
  • Wertpapiere
  • Festgeld
  • Sparguthaben

Mitunter können auch andere Werte als verwertbar geltend gemacht werden. Denn das zweite Sozialgesetzbuch (SGB II § 12) besagt:

Als Vermögen sind alle verwertbaren Vermögensgegenstände zu bezeichnen.

Das umfasst eine weite Palette an potenziellen Wertgegenständen. Auch Schmuck oder Oma’s altes Silberbesteck kann unter den Begriff verwertbares Vermögen fallen. Doch gibt es auch Freibeträge, die es dem Antragsteller ermöglichen, einen Teil seines erarbeiteten oder ererbten Vermögens zu behalten

Freibeträge für verwertbares Vermögen

Jedes Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft in Hartz 4 hat ein nicht-verwertbares Vermögen für sich.

Jedes Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft in Hartz 4 hat ein nicht-verwertbares Vermögen für sich.

Trotz der umfassenden Möglichkeiten, Vermögen zuerst aufzubrauchen, gibt es Beträge, die nicht in die Berechnung einfließen. Sie sollen dem Hartz-4-Empfänger einen Spielraum lassen, in dem eine eigene Gestaltung des Lebens möglich ist. So steht jedem ein nicht-verwertbares Vermögen von mindestens 3.100 Euro zu, das nicht in die Betrachtung für verwertbares Vermögen einfließt.

Bestehende Ersparnisse vorzuenthalten kann als Betrug gewertet werden. Darauf stehen Strafen von bis zu 5 Jahren Gefängnis. In besonders schweren Fällen auch bis zu 10 Jahren.

Der Mindestbetrag kann noch erhöht werden. Pro Lebensjahr stehen einer Person 150 Euro zu, die nicht als verwertbares Vermögen herangezogen werden dürfen.  Auf der anderen Seite der Skala befindet sich das maximale Vermögen, das den Freibetrag bei 10.050 Euro deckelt. Sobald die Summe der ersparten Werte den aktuellen Grenzwert erreicht, werden alle weiteren Werte als verwertbares Vermögen auf den Hartz-4-Satz angerechnet.

Fazit für verwertbares Vermögen

  • Bei einem Hartz-4-Antrag muss jedes Vermögen offengelegt werden.
  • Jeder Wert über dem Freibetrag muss gegen den Hartz-4-Anspruch gerechnet werden.
  • Zwischen einem Betrag von 3.100 Euro und 10.050 Euro kann der Freibetrag für nicht-verwertbares Vermögen liegen, der einem Mitglied einer Bedarfsgemeinschaft zusteht.

Bildnachweise: Fotolia.com/© carballo, istockphotos.com/© viki2win

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